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Bundestagswahl 2009
Vielleicht liegt es einfach daran, dass es bei den US-Wahlen 2008 und beim Wahlkampf in Österreich tatsächlich auch etwas gab, worüber es wert war zu diskutieren. Die aktuelle Bundestags-Wahl empfinde ich persönlich als ziemlich langweilig. Wir haben keinen Obama, wir haben keine besonders mächtige Nazipartei – wir haben Merkel und Steinmeier, Guido und Gysi … worüber willst denn diskutieren? Welche Wahl jetzt das kleinere Übel wäre?
Ich habe meine Kreuzchen schon gemacht, aber ich wüsste nicht worüber ich da jetzt diskutieren sollte.
Ich habe meine Kreuzchen schon gemacht, aber ich wüsste nicht worüber ich da jetzt diskutieren sollte.
randall schrieb am 23.09.09, 13:22 Uhr:
ich weiß überhaupt nicht was ich wählen soll.
Jan2.0 schrieb am 23.09.09, 13:25 Uhr:
ist rot-rot-grün oder schwarz-gelb das kleinere Übel?
randall schrieb am 23.09.09, 13:25 Uhr:
beides gleich, deswegen ja.
Jan2.0 schrieb am 23.09.09, 13:28 Uhr:
Piraten wählen, die anderen machen lassen, und in 4 Jahren entscheiden wohin die Reise geht.
Hans schrieb am 23.09.09, 13:38 Uhr:
ich würd ja, aber die haben mir dann doch zu wenig programm… selbst die grünen haben mir zu wenig programm, die linke macht das ganz schlau, die haben zu jedem scheiss was zu sagen, nicht nur zu datenschutz und sonnenkraft
Find die Wahl dieses Jahr auch ziemlich unspektakulär. Merkel und Steinmeier haben ja scheinbar auch nichts dagegen, die große Koalition weiter zu führen. SPD und CDU haben sich in den letzten Jahren für mich unwählbar gemacht, den Grünen und den Linken würde ich sowieso nie meine Stimme geben und bei der FDP → siehe CDU. Bleiben noch die Piraten. (x)
Mal davon abgesehen, finde ich fasst der Artikel bei Spreeblick „Die Beliebigkeit der Parteien“ die politische Lage relativ gut zusammen.
Ebenso.
Mal davon abgesehen, finde ich fasst der Artikel bei Spreeblick „Die Beliebigkeit der Parteien“ die politische Lage relativ gut zusammen.
marx schrieb am 23.09.09, 16:38 Uhr:
Ich habe meine Kreuzchen schon gemacht, aber ich wüsste nicht worüber ich da jetzt diskutieren sollte.
Ebenso.
Ich mach mich jz wahrscheinlich hier unbeliebt, aber für mich sind die Piraten eigentlich nicht wählbar, aus einem einfachen Grund: Sie wollen das Urheberrecht einschränken, also auch kostenlose Musikdownloads von eigentlich kostenpflichtigen Songs legalisieren. Hallo? Ich bin selber Musiker (bzw grad is leider wegen abi nich so viel am laufen) und ich fände es ehrlich gesagt ziemlich scheiße, wenn meine Songs, die ich in langer Arbeit geschrieben und schließlich viel Geld in die Aufnahmen gesteckt hab, einfach so im Internet verschenkt werden. Ich würde auf nem riesen Schuldenberg sitzen. Das bringt nicht nur einen ganzen Berufszweig in Gefahr, Neulinge haben es auch noch schwerer, als es eh schon ist, in die Musik einzusteigen. Vielen ist das glaube ich nicht bewusst, was für ein Kosten- und Zeitaufwand hinter richtigen Studioproduktionen steckt..
Klar, es macht eh fast jeder. Aber muss es deswegen legal sein? Das würde das Problem nicht lösen, sondern nur extrem verschlimmern.
Ansonsten find ich die ja auch ganz nett, aber so geht das halt nich. –>Grüne [x]
Klar, es macht eh fast jeder. Aber muss es deswegen legal sein? Das würde das Problem nicht lösen, sondern nur extrem verschlimmern.
Ansonsten find ich die ja auch ganz nett, aber so geht das halt nich. –>Grüne [x]
Dass bei Supertopic kein spezieller Thread gestartet wurde ist für mich kein Indiz dafür, dass niemand politisch interessiert wäre. Die Diskussionen haben sich einfach verlagert - in Blogs, nach Twitter, Facebook oder im Falle der Piraten auf die Partei-Website.
Ich empfinde meine Umgebung zur Zeit alles andere als politisch desinteressiert, im Gegenteil, im Vergleich zu den letzten Jahren wird diskutiert wie schon lange nicht mehr - und vor allem auch unter Jugendlichen, die jetzt noch nicht, dafür aber beim nächsten Mal wählen dürfen. Und da geht es nicht nur um die Piraten, da besteht Interesse an allen Parteien und ihren Positionen zu Themen, die die Jugend so interessieren. Aber ich gebe den Piraten schon einen großen Anteil daran, dass das Interesse wieder erstarkt ist.
Ich empfinde meine Umgebung zur Zeit alles andere als politisch desinteressiert, im Gegenteil, im Vergleich zu den letzten Jahren wird diskutiert wie schon lange nicht mehr - und vor allem auch unter Jugendlichen, die jetzt noch nicht, dafür aber beim nächsten Mal wählen dürfen. Und da geht es nicht nur um die Piraten, da besteht Interesse an allen Parteien und ihren Positionen zu Themen, die die Jugend so interessieren. Aber ich gebe den Piraten schon einen großen Anteil daran, dass das Interesse wieder erstarkt ist.
Ja.kopp schrieb am 23.09.09, 17:05 Uhr:
Ich mach mich jz wahrscheinlich hier unbeliebt, aber für mich sind die Piraten eigentlich nicht wählbar, aus einem einfachen Grund: Sie wollen das Urheberrecht einschränken, also auch kostenlose Musikdownloads von eigentlich kostenpflichtigen Songs legalisieren. Hallo? Ich bin selber Musiker (bzw grad is leider wegen abi nich so viel am laufen) und ich fände es ehrlich gesagt ziemlich scheiße, wenn meine Songs, die ich in langer Arbeit geschrieben und schließlich viel Geld in die Aufnahmen gesteckt hab, einfach so im Internet verschenkt werden. Ich würde auf nem riesen Schuldenberg sitzen. Das bringt nicht nur einen ganzen Berufszweig in Gefahr, Neulinge haben es auch noch schwerer, als es eh schon ist, in die Musik einzusteigen. Vielen ist das glaube ich nicht bewusst, was für ein Kosten- und Zeitaufwand hinter richtigen Studioproduktionen steckt..
Klar, es macht eh fast jeder. Aber muss es deswegen legal sein? Das würde das Problem nicht lösen, sondern nur extrem verschlimmern.
Ansonsten find ich die ja auch ganz nett, aber so geht das halt nich. –>Grüne [x]
Ich bin selbst seit 20 Jahren Musiker und ich wähle sie trotzdem. Erstens haben muß man nicht in jedem Punkt dem Programm zustimmen und zweitens hasse ich die Musikindustrie. Sie ist nämlich der Grund warum Musik vielen heute nicht mehr viel wert ist und auch der Grund dafür, warum es Neulingen und Anfänger schwer bis unmöglich gemacht wird da reinzukommen. Sie verdient wesentlich mehr an der Musik als der, der sie macht. Andere fairere Vermarktungs- und Verteilungsmöglichkeiten gibt es viele und haben Radiohead doch kürzlich erst erfolgreich gemacht. Die MI kann von mir aus den Bach runtergehen, die gute Musik wird sowieso überleben und die Künstler, die sie machen ebenfalls.
Abalone schrieb am 23.09.09, 17:07 Uhr:
Dass bei Supertopic kein spezieller Thread gestartet wurde ist für mich kein Indiz dafür, dass niemand politisch interessiert wäre. Die Diskussionen haben sich einfach verlagert - in Blogs, nach Twitter, Facebook oder im Falle der Piraten auf die Partei-Website.
Ich empfinde meine Umgebung zur Zeit alles andere als politisch desinteressiert, im Gegenteil, im Vergleich zu den letzten Jahren wird diskutiert wie schon lange nicht mehr - und vor allem auch unter Jugendlichen, die jetzt noch nicht, dafür aber beim nächsten Mal wählen dürfen. Und da geht es nicht nur um die Piraten, da besteht Interesse an allen Parteien und ihren Positionen zu Themen, die die Jugend so interessieren. Aber ich gebe den Piraten schon einen großen Anteil daran, dass das Interesse wieder erstarkt ist.
da schließe ich mich an. und hier gibt es auch genug themen, zu denen über die aktuellen politischen entwicklungen und auch die bundestagswahl diskutiert wird. sei es in wahlwerbung, in zensursula oder sonst wo. abgesehen davon ist es wohl ein bisschen weit hergeholt, politisches desinteresse mit einem nicht vorhandenen thread in einem forum zu begründen. für mich stellt sich die frage nicht, ob ich wählen gehe oder nicht. seit ich wahlberechtig bin, gehe ich zu jeder wahl, ob auf bundes-, landes- oder kommunalebene, und ich bin sonst auch nicht politisch aktiv. ich muss dazu nicht mit irgendwelchen mehr oder weniger fremden in diesem internetz diskutieren, auch wenn ich sie noch so gerne hab.
alexxxus schrieb am 23.09.09, 17:14 Uhr:
Ja.kopp schrieb am 23.09.09, 17:05 Uhr:
Ich mach mich jz wahrscheinlich hier unbeliebt, aber für mich sind die Piraten eigentlich nicht wählbar, aus einem einfachen Grund: Sie wollen das Urheberrecht einschränken, also auch kostenlose Musikdownloads von eigentlich kostenpflichtigen Songs legalisieren. Hallo? Ich bin selber Musiker (bzw grad is leider wegen abi nich so viel am laufen) und ich fände es ehrlich gesagt ziemlich scheiße, wenn meine Songs, die ich in langer Arbeit geschrieben und schließlich viel Geld in die Aufnahmen gesteckt hab, einfach so im Internet verschenkt werden. Ich würde auf nem riesen Schuldenberg sitzen. Das bringt nicht nur einen ganzen Berufszweig in Gefahr, Neulinge haben es auch noch schwerer, als es eh schon ist, in die Musik einzusteigen. Vielen ist das glaube ich nicht bewusst, was für ein Kosten- und Zeitaufwand hinter richtigen Studioproduktionen steckt..
Klar, es macht eh fast jeder. Aber muss es deswegen legal sein? Das würde das Problem nicht lösen, sondern nur extrem verschlimmern.
Ansonsten find ich die ja auch ganz nett, aber so geht das halt nich. –>Grüne [x]
Ich bin selbst seit 20 Jahren Musiker und ich wähle sie trotzdem. Erstens haben muß man nicht in jedem Punkt dem Programm zustimmen und zweitens hasse ich die Musikindustrie. Sie ist nämlich der Grund warum Musik vielen heute nicht mehr viel wert ist und auch der Grund dafür, warum es Neulingen und Anfänger schwer bis unmöglich gemacht wird da reinzukommen. Sie verdient wesentlich mehr an der Musik als der, der sie macht. Andere fairere Vermarktungs- und Verteilungsmöglichkeiten gibt es viele und haben Radiohead doch kürzlich erst erfolgreich gemacht. Die MI kann von mir aus den Bach runtergehen, die gute Musik wird sowieso überleben und die Künstler, die sie machen ebenfalls.
Aber warum wird das immer nur auf „die“ Musikindustrie bezogen, mit der wohl die meißten Sony bmg etc gemeint is. Was ist mit den Indie Labels? Was is mit selber finanzierten Musikern? Ich glaube hier ist etwas falsch verstanden worden: Die Musikindustrie bezieht alle Musiker mit ein, die ihre Musik verkaufen, auch wenn es nur die Demo CD der Teenagerrockband ist.
Auch überhaupt nicht begründet ist dies zB auch für die Filmindustrie. Was sind hier die Argumente? Ich drehe für ein paar Millionen einen Film, verkaufe drei DVDs und der Rest wird kopiert, oder wie wird das dann gemacht?
janski schrieb am 23.09.09, 17:27 Uhr:(ich bin jz mal ehrlich) was möglicherweise auch daran liegen kann, dass sie von „richtiger“ Politik noch keine Ahnung haben, sondern bisher nur eine Idealistenpartei ist, wie es einst zugegebenermaßen auch die Grünen waren.
sie schreiben auf ihrer internetseite, dass ihr programm bewusst klein gehalten wird. den rest decken die anderen parteien (ob gut oder schlecht) ab.
janski schrieb am 23.09.09, 17:27 Uhr:
das ist für mich persönlich alles andere unspektaluär! Ich finde es geht um mehr denn je, siehe: Vertrag von Lissabon / Reformvertrag (teilthema: No means no) oder um onlinedurchsuchungen, vorratsdatenspeicherung, das bka-gesetz, biometrische ausweise sowie pässe, bewegungsprofile, behördliche kontenprüfungen, internetsperren usw..
Unspekakulär von der Seite der Parteien. Klar gibt es große und wichtige Theme, aber die werden von den großen Parteien bewusst nicht oder kaum im Wahlkampf thematisiert. Wäre nur ein größerer Stimmenverlust für die
Ganz nebenbei finde ich weder Merkel noch Steinmeier überzeugend. Was ich bisher von Steinmeier gesehen habe, war größtenteils Fragen ausweichen, Gegenfragen stellen und nur nicht auf die eigentliche Frage antworten.
Ja.kopp schrieb am 23.09.09, 17:43 Uhr:
Aber warum wird das immer nur auf „die“ Musikindustrie bezogen, mit der wohl die meißten Sony bmg etc gemeint is.
Vielleicht deswegen, weil Du das Argument „Ich bin Musiker“ angeführt hast.
Ja.kopp schrieb am 23.09.09, 17:43 Uhr:
Ich glaube hier ist etwas falsch verstanden worden: Die Musikindustrie bezieht alle Musiker mit ein, die ihre Musik verkaufen, auch wenn es nur die Demo CD der Teenagerrockband ist.
Das sehe ich grundlegend anders. Ich sehe mich nicht als Teil der Musikindustrie. Aber Du hast, dass man selbst dabei differenzieren müsste, denn ich rede in diesem Zusammnhängen nie von Indielabels sondern von Majors. Ebenso bei der Filmindustrie, bei der ich Indie-Studios nicht mit den großen in einen Topf werfe.
Ja.kopp schrieb am 23.09.09, 17:43 Uhr:
Auch überhaupt nicht begründet ist dies zB auch für die Filmindustrie. Was sind hier die Argumente? Ich drehe für ein paar Millionen einen Film, verkaufe drei DVDs und der Rest wird kopiert, oder wie wird das dann gemacht?
Der Vorwurf ist derselbe. Die großen Studios machen doch in den letzten Jahren nur Remakes oder Bestsellerverfilmungen und verlassen sich dann dabei sogar nur auf bekannte Darsteller. Die habe keine Eier mehr, gute Geschichten zu erzählen und neue Darsteller einzuführen. Kann von mir aus genauso den Bach runtergehen wie die Majorlabels der Musik.
Wäre ich nicht der Überzeugung, dass Nichtwähler die Demokratie nicht verdient haben, würde ich dieses Jahr fast zuhause bleiben. So ziehe ich munter los um schwarz-gelb zu verhindern.
Der Wahlkampf hier motiviert schon sehr wenig, alle größeren Parteien setzen im Kern auf Leistung und Arbeit und ich bezweifle, dass gerade diese beiden Themen weiterhin so gehandhabt werden können wie bisher, ganz generell. Als großer Freund des Grundeinkommens müsste ich ja die Violetten wählen, aber ich bin noch nicht so weit meine spirituelle Seite kennenzulernen
Die Piraten als Protestpartei hab ich auch in Erwägung gezogen zu wählen, immerhin kann man sich davon frischen Wind erhoffen, allerdings fällt mir die Blauäugigkeit (bsp. Junge Freiheit Interview) und Einseitigkeit der Themen zu negativ auf.
Der Wahlkampf hier motiviert schon sehr wenig, alle größeren Parteien setzen im Kern auf Leistung und Arbeit und ich bezweifle, dass gerade diese beiden Themen weiterhin so gehandhabt werden können wie bisher, ganz generell. Als großer Freund des Grundeinkommens müsste ich ja die Violetten wählen, aber ich bin noch nicht so weit meine spirituelle Seite kennenzulernen
Die Piraten als Protestpartei hab ich auch in Erwägung gezogen zu wählen, immerhin kann man sich davon frischen Wind erhoffen, allerdings fällt mir die Blauäugigkeit (bsp. Junge Freiheit Interview) und Einseitigkeit der Themen zu negativ auf.
Ja.kopp schrieb am 23.09.09, 17:43 Uhr:
alexxxus schrieb am 23.09.09, 17:14 Uhr:
Ja.kopp schrieb am 23.09.09, 17:05 Uhr:
Ich mach mich jz wahrscheinlich hier unbeliebt, aber für mich sind die Piraten eigentlich nicht wählbar, aus einem einfachen Grund: Sie wollen das Urheberrecht einschränken, also auch kostenlose Musikdownloads von eigentlich kostenpflichtigen Songs legalisieren. Hallo? Ich bin selber Musiker (bzw grad is leider wegen abi nich so viel am laufen) und ich fände es ehrlich gesagt ziemlich scheiße, wenn meine Songs, die ich in langer Arbeit geschrieben und schließlich viel Geld in die Aufnahmen gesteckt hab, einfach so im Internet verschenkt werden. Ich würde auf nem riesen Schuldenberg sitzen. Das bringt nicht nur einen ganzen Berufszweig in Gefahr, Neulinge haben es auch noch schwerer, als es eh schon ist, in die Musik einzusteigen. Vielen ist das glaube ich nicht bewusst, was für ein Kosten- und Zeitaufwand hinter richtigen Studioproduktionen steckt..
Klar, es macht eh fast jeder. Aber muss es deswegen legal sein? Das würde das Problem nicht lösen, sondern nur extrem verschlimmern.
Ansonsten find ich die ja auch ganz nett, aber so geht das halt nich. –>Grüne [x]
Ich bin selbst seit 20 Jahren Musiker und ich wähle sie trotzdem. Erstens haben muß man nicht in jedem Punkt dem Programm zustimmen und zweitens hasse ich die Musikindustrie. Sie ist nämlich der Grund warum Musik vielen heute nicht mehr viel wert ist und auch der Grund dafür, warum es Neulingen und Anfänger schwer bis unmöglich gemacht wird da reinzukommen. Sie verdient wesentlich mehr an der Musik als der, der sie macht. Andere fairere Vermarktungs- und Verteilungsmöglichkeiten gibt es viele und haben Radiohead doch kürzlich erst erfolgreich gemacht. Die MI kann von mir aus den Bach runtergehen, die gute Musik wird sowieso überleben und die Künstler, die sie machen ebenfalls.
Aber warum wird das immer nur auf „die“ Musikindustrie bezogen, mit der wohl die meißten Sony bmg etc gemeint is. Was ist mit den Indie Labels? Was is mit selber finanzierten Musikern? Ich glaube hier ist etwas falsch verstanden worden: Die Musikindustrie bezieht alle Musiker mit ein, die ihre Musik verkaufen, auch wenn es nur die Demo CD der Teenagerrockband ist.
Auch überhaupt nicht begründet ist dies zB auch für die Filmindustrie. Was sind hier die Argumente? Ich drehe für ein paar Millionen einen Film, verkaufe drei DVDs und der Rest wird kopiert, oder wie wird das dann gemacht?
Die meisten unabhängigen Labels werden nicht in der Absicht gegründet und betrieben, damit Geld zu verdienen, sondern aus Liebe zur Musik/Musikkultur. Traue ich mich jetzt einfach zu behaupten. Natürlich gibt es einzelne Labels, die dann so großen Erfolg haben, dass sich die Betreiber dazu entschließen, das Label zu ihrem Job zu machen. Da gibt es einige sehr erfolgreiche Beispiele (Matador, Sub Pop, Touch & Go, Epitaph, uvm.), die meisten dieser Indie-Riesen sind durch überraschende Erfolge in den Massenmarkt katapultiert worden (Sub Pop mit Nirvana, Epitaph mit The Offspring). Das sind aber Einzelerscheinungen, die große Masse der kleinen Labels bleibt klein. Ebenso bleiben die meisten selberfinanzierten Musiker selberfinanziert, d.h. nicht von Fans finanziert, sondern von ihrem eigenen, nicht (vornehmlich) durch die Musik erwirtschafteten Einkommen. Weil sie gerne Musik machen.
Ich gebe der (großen bösen) Plattenindustrie die Schuld daran, dass heute junge Bands die ganz am Anfang stehen, erstmal von Ruhm und Reichtum (»get signed or die tryin’«) träumen, als wäre das das natürlichste Ziel der Welt, wenn man Musik macht.
Die big five haben die Entwicklung und die Möglichkeiten des Internet verschlafen. Als sie aufgewacht sind, fiel ihnen nichts anderes ein, als über den Rechtsweg und so viel zu blockieren, wie irgend möglich.
Die Indie-Labels haben darauf tendeziell anders reagiert, und mit den neuen Möglichkeiten experimentiert. eMusic bietet seit 1998 Musik von Indie-Labels DRM-frei an.
Die großen Labels konnten nur mit übelsten Guerilla-Praktiken (oder auch »Piraten-Praktiken«) nach und nach von ihrem
Vor ein paar Tagen forderten verschiedene Organe der Musikindustrie, für die 30-Sekunden-Vorschau im iTunes Store bezahlt zu werden.
Ich weiß sehr wohl, dass auch kleine Labels in Mitleidenschaft gezogen werden. Ich bin auch dafür, dass Musiker weiterhin von ihrer Arbeit leben können. Aber das wird man nicht dadurch erreichen, in ständigem Krieg mit den Hörern zu leben. Das haben die meisten kleinen Labels (sofor oder nach und nach) begriffen und verhalten sich dementsprechend. Nur weil das Einkommen eines Musikers für etwa 50 Jahre aus Plattenverkäufen zustande kam, heißt das nicht, dass das ein Modell für die Ewigkeit ist.
Selbst wenn du findest, dass Musik nach wie vor gekauft werden muss, ist es doch an der Zeit, diesen Disput nicht mehr länger nur durch Ausübung von Gewalt (der Wirtschaft auf den Staat, des Staats auf den Bürger, die Masse der Bürger auf die Wirtschaft) auszutragen.
Die Piratenpartei regt wenigstens zur offenen Diskussion über die Frage nach neuen Formen gesellschaftlicher Vergütung an.
Dinosaurs will die, good riddance!
axedon schrieb am 23.09.09, 18:33 Uhr:
Dieser Text ist nur für Mitglieder sichtbar.
Mit der Argumentation werden wir uns wohl auf absehbare Zeit mit den bereits im Bundestag vertretenen Parteien begnügen müssen.
Abalone schrieb am 23.09.09, 17:07 Uhr:Im Juni kreiste bereits mein Cursor über den „Neues Thema“-Button... ich hab es dann wieder verworfen, weil ich mir unsicher war ob es da einen Bedarf gibt. Ich hätte das Thema damals mit „Was soll ich wählen“ o.Ä. eröffnet und ich hatte mir dann vorgenommen vielleicht mich lieber nochmal selber schlau zu machen.
Dass bei Supertopic kein spezieller Thread gestartet wurde ist für mich kein Indiz dafür, dass niemand politisch interessiert wäre. Die Diskussionen haben sich einfach verlagert - in Blogs, nach Twitter, Facebook oder im Falle der Piraten auf die Partei-Website.
In den darauf folgenden Wochen hab ich dann in diversen Blogs und auch auf den „Nebenschauplätzen“ in den der erwähnten Themen hier in auf Supertopic eine lebhafte Diskussion erlebt, die dann ein allgemeines Wahltopic für mich irgendwie unnötig gemacht hat. Ich merke ja schon in meinem Beitrag hier, dass ich 3 Themen auf einmal diskutiere und ich glaube das macht die ganze Sache sehr mühsam. Nu is es aber eh zu spät, Schwamm drüber
Jan2.0 schrieb am 23.09.09, 16:46 Uhr:Das sehe ich bei den Piraten als Vorteil, denn ich bin leider allgemein sehr unentschlossen, weil ich immer so schön die Argumente von allen Seiten nachvollziehe und mit meinen 20-Nerdjahren sehr wenig eigene Erfahrung habe um diese Argumente abzugleichen. Ich kann dem Neoliberalismus der FDP durchaus etwas abgewinnen, weil mir einleuchtet, dass das kapitalistische System eine Menge aus den Individuen herausquetscht und sie zum maximalen Ertrag und Effizienz zwingt. In einer idealen Welt, in der kein Mensch einen anderen ausbeuten und von Arbeitnehmern nicht verlangt werden würde jeden Tag von 8-17 Uhr in einem stickigen, Neonlicht-Büro zu sitzen, könnte das prima klappen (die Argumente der Grundeinkommensbefürworter gleichen sich erschreckend mit denen der Kapitalisten im 18 Jahrhundert).
ich würd ja, aber die haben mir dann doch zu wenig programm… selbst die grünen haben mir zu wenig programm, die linke macht das ganz schlau, die haben zu jedem scheiss was zu sagen, nicht nur zu datenschutz und sonnenkraft gumbo
Auf der anderen Seite bewundere ich auch die sozialen, ökonomischen und pazifistischen Forderungen der Linken. In einer idealen Welt, in der ein starker Staat die Obrigkeit nicht zum Machtmissbrauch bewegen würde (wie im bisherigen real-existierenden Kommunismus immer Fall war) und Grausamkeiten in Nachbarstaaten nicht zum Eingreifen zwingen würden, könnte das prima klappen.
Ich könnte auf allen Bereichen der politischen Diskussion weiter machen. Politik ist ja die Schnittkante der Demokratie und des Rechtsstaates an der sich Meinungsverschiedenenheiten treffen. Wo sich alle einig sind, da ist keine Politik von nöten, das ist dann Verwaltung.
Um jetzt auf die Piraten zu kommen: Ich bin nunmal ein Geek und das Vorderungen der Piratenpartei betreffen mich fast alle samt mehr als jedes andere politische Thema. Klar ist das egoistisch [mp3]. Aber vielleicht ist das erst einmal besser, sonst käme ich zu gar keiner Wahlentscheidung. Ich habe sowieso den Befürchtung/Hoffnung, dass in dem Moment in dem die Piratenpartei genug Zustimmung hat um in den Bundestag zu kommen, eine andere Partei den Braten riechen könnte und Teile deren Programm in ihr eigenes zu integrieren und sich so widerstrebend gegen mehr Überwachung und für mehr Medienkompetenz zu zu bewegen. Ähnlich wie es den Grünen ging, als alle Parteien anfingen Umweltpolitik zu betreiben (Stichwort „Klimakanzlerin&ldquo
Ralf schrieb am 23.09.09, 18:20 Uhr:Ich werde in meinem Leben bestimmt niemals eine der beiden Parteien wählen, aber ganz ehrlich: ginge davon die Welt unter, wenn jetzt plötzlich schwarz-gelb an der Macht wäre? Ich denke so nicht, aber das bekam ich vor kurzem aus meinem Umfeld zu hören. Und ich muss sagen, wir können uns glücklichschätzen, dass wir hier eine an der Mitte orientierten Parteienlandschaft haben und die CDU teils linker ist als die Demokraten in den USA.
Wäre ich nicht der Überzeugung, dass Nichtwähler die Demokratie nicht verdient haben, würde ich dieses Jahr fast zuhause bleiben. So ziehe ich munter los um schwarz-gelb zu verhindern.
Wir haben keine korrupte, kaputte politische Kultur wie England. Wir haben keine zerstörte politische Kultur wie Amerika (wo Obama der blanke Hass entgegenschlägt). Wir haben keinen Berlusconi, keinen Wilders, keinen Blocher, keinen Le Pen, keinen Haider. Wir sind ein glückliches Land, was unser politisches Personal angeht.http://blog.zeit.de/joerglau/2009/09/14/...rophe_3013
Aber das macht den Wahlkampf natürlich nicht spannender, das ist klar.
Merkel wird so oder so Kanzlerin bleiben. Rot-rot-grün ist frühestens 2013 möglich.
Aber der taktische Wähler wählt ja sowieso nicht Parteien sondern Koalitionen. Und da sieht es nicht rosig aus. Da kann ich es schon verstehen, wenn jemand keine Lust hat zu wählen oder einfach so wunschlos glücklich ist. Beschweren darf sich so jemand natürlich hinterher nicht.

Ralf schrieb am 23.09.09, 18:20 Uhr:Die Partei ist jung und unerfahren. Einen Erfolg bei der Bundestagswahl gibt ihnen die Möglichkeit ihre Medienkompetenz (in diesem Fall ist der Umgang mit journalistischen Medien
Die Piraten als Protestpartei hab ich auch in Erwägung gezogen zu wählen, immerhin kann man sich davon frischen Wind erhoffen, allerdings fällt mir die Blauäugigkeit (bsp. Junge Freiheit Interview) und Einseitigkeit der Themen zu negativ auf.
Sorry, ich hasse diese TL;DR Beiträge ja auch, aber das wars auch wirklich was ich dazu zu sagen habe
JanB schrieb am 23.09.09, 19:36 Uhr:
ginge davon die Welt unter, wenn jetzt plötzlich schwarz-gelb an der Macht wäre?
Wir haben Helmut Kohl überstanden, so gesehen: klar, halb so wild, vermutlich wird's kaum auffallen.
JanB schrieb am 23.09.09, 19:36 Uhr:
Die Partei ist jung und unerfahren. Einen Erfolg bei der Bundestagswahl gibt ihnen die Möglichkeit ihre Medienkompetenz (in diesem Fall ist der Umgang mit journalistischen Medien) zu verbessern.
Das würde ich nicht leugnen, über diese beiden Interviews darf man sich aber schon ärgern. Das Thema gehört hier nicht unmittelbar hin, aber dass der erste Interviewpartner nicht wusste, mit welcher Zeitung er es zu tun hat und der Zweite sich mit „man muss mit allen reden“ rauswidet, deutet auf einen sehr fraglichen Umgang mit stark rechtsgeprägten Zeitungen, die Vorstellung solche Plattformen für eigene Interessen nutzen zu können hat sich bisher immer als falsch erwiesen. Tatsächlich profitieren immer beide davon. Der Hinweis dass die Junge Freiheit zu den journalistischen Medien gehört ändert daran nichts.
Zum Freiheitsbegriff der Piraten hier ein recht interessanter Artikel:
http://www.taz.de/1/debatte/theorie/arti...r-freiheit
Ergänzend zum Thread hier ein guter Artikel der Jungle World um den Wahlkampf der Parteien:
http://jungle-world.com/artikel/2009/37/39357.html
Mittlerweile finde ich diesen Wahlkampf - besser Vorgeplänkel zur Wahl - sehr interessant und bezeichnend aber auch herausfordernd. Am Anfang war ich ziemlich angeödet und desillusioniert. Aber nach einer gewissen Zeit und vielleicht ob meiner geografischen Distanz zu Deutschland entstand ein bizarres Bild, dass ich derzeitig von Deutschland bzw. unserer Gesellschaft habe.
Wir berauben uns global und lokal langfristig unseres Lebensraumes. Die Wirtschafts wäre fast kollabiert. Unser Staat pumpt Milliarden Steuergelder ins System (welches nicht in Frage gestellt werden darf - nein ich bin kein Kommunist). Wirtschaftliches Wachstum muss her, um jeden Preis. Menschen sind bereit ihre Freiheit gegen mehr (gefühlte) Sicherheit aufzugeben. Den Massenmedien ist nicht mehr zu trauen, da PR und Wahrheit nicht mehr voneinander zu unterscheiden sind. Menschen können trotz 8h Arbeitstag nicht von ihrem verdienten Gehalt leben. Etc., etc. .. Die Liste kann beliebig weiter geführt werden. Ich will jetzt auch nicht zuviel labern. Jeder muss selbst entscheiden, was für ihn wichtig ist.
Kurzum, ich hatte keine Ahnung wen oder was ich wählen sollte. Wie immer oder doch was anderes, z.B. Piraten? Wie soll sich irgendwas ändern, wenn ich nicht bereit bin mich zu verändern und dieselben Typen in der „politischen Verantwortung“ verbleiben?
Es soll ja Leute geben, die jene Partei wählen, die aller Wahrscheinlichkeit nach gewinnt. Nur um zu den
“Gewinnern“ zu gehören. Ich musste wieder an ein Journalismus-Seminar denken, in dem wir die sog. Schweigespirale diskutierten.
Wir berauben uns global und lokal langfristig unseres Lebensraumes. Die Wirtschafts wäre fast kollabiert. Unser Staat pumpt Milliarden Steuergelder ins System (welches nicht in Frage gestellt werden darf - nein ich bin kein Kommunist). Wirtschaftliches Wachstum muss her, um jeden Preis. Menschen sind bereit ihre Freiheit gegen mehr (gefühlte) Sicherheit aufzugeben. Den Massenmedien ist nicht mehr zu trauen, da PR und Wahrheit nicht mehr voneinander zu unterscheiden sind. Menschen können trotz 8h Arbeitstag nicht von ihrem verdienten Gehalt leben. Etc., etc. .. Die Liste kann beliebig weiter geführt werden. Ich will jetzt auch nicht zuviel labern. Jeder muss selbst entscheiden, was für ihn wichtig ist.
Kurzum, ich hatte keine Ahnung wen oder was ich wählen sollte. Wie immer oder doch was anderes, z.B. Piraten? Wie soll sich irgendwas ändern, wenn ich nicht bereit bin mich zu verändern und dieselben Typen in der „politischen Verantwortung“ verbleiben?
Es soll ja Leute geben, die jene Partei wählen, die aller Wahrscheinlichkeit nach gewinnt. Nur um zu den
ich finds zum beispiel auch zum kotzen, wenn menschen eine partei nicht wählen, weil sie vielleicht keine 5 % erreicht. die politiker habe ja schon keine überzeugungen mehr, aber wenn man als bürger auch keine hat, darf man sich nicht beschweren.
Sehe ich genauso. Ich wähle die Partei, die mir am meisten zusagt. Ob die am Ende in den Bundestag einziehen ist zweitrangig.

