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Bundestagswahl 2009
ich war zu faul zum lesen. jetzt hab ich‘s auch gefunden.
ich habe es mir fast gedacht.
Wer die TV Total Bundestagswahl 2009 genauso grenzwertig findet wie ich, der wählt am Samstag für [eine Partei, die wir noch rumtweeten]. Wird bestimmt lustig, wenn die [Partei, die wir noch rumtweeten] plötzlich unerwartet viele Stimmen erhält. Flashmobben wir das Ding und zeigen dem Raab, dass wir mit sowas nicht einverstanden sind! Die einzige Möglichkeit zu verhindern, dass die TV Total Wahl Auswirkungen auf die echte Bundestagswahl am Sonntag hat, ist die TV Total Wahl ad absurdum zu führen.via
ich habe es mir fast gedacht.
Erich Mühsam in „Die Fackel“, 1907:
Warum ich mich als Nichtwähler nicht über Politik oder unser Parteien-System echauffieren darf, dass habe ich noch nie verstanden.
Warum ich, wenn ich nicht wähle, meine Stimme eigentlich den Linken/Rechten-Extremen gebe, dass habe ich auch nicht verstanden und ist meiner Ansicht nach einfach nur plumpe Bauernfängerei.
Ich wähle heute nur mit meiner ersten Stimme gegen – ich betone gegen – eine sehr unsympathische Wahlkreiskandidatin.
Jeder Wähler ist ein Tröpfchen von dem Öl, das die große Staatsmaschine schmiert. Was er wählen darf, ist allein das Ölkännchen, aus dem er in das Räderwerk träufeln darf, und von dem je nach der Größe des Behälters ein Schuß mehr links oder ein Schuß mehr rechts in den Apparat gegossen wird, dessen Hauptwalze sicher und exakt funktioniert, unbeirrt darum, welche von den vielen Seitenrädchen sich etwas schneller und welche sich etwas langsamer um ihre Achse drehen. Die Stimmabgabe jedes einzelnen Wählers hat also für den Gang der Geschicke eines Volkes ebensoviel zu bedeuten. wie der Rauch einer Zigarre, der sich im weiten Raum einer Wolke beimischt, für den Niederschlag eines Gewitters.DIE FACKEL, IX. Jahr, Nr. 223-224, Wien 12. April 1907
Warum ich mich als Nichtwähler nicht über Politik oder unser Parteien-System echauffieren darf, dass habe ich noch nie verstanden.
Warum ich, wenn ich nicht wähle, meine Stimme eigentlich den Linken/Rechten-Extremen gebe, dass habe ich auch nicht verstanden und ist meiner Ansicht nach einfach nur plumpe Bauernfängerei.
Ich wähle heute nur mit meiner ersten Stimme gegen – ich betone gegen – eine sehr unsympathische Wahlkreiskandidatin.
Herr Sharif schrieb am 27.09.09, 00:43 Uhr:
Warum ich, wenn ich nicht wähle, meine Stimme eigentlich den Linken/Rechten-Extremen gebe, dass habe ich auch nicht verstanden und ist meiner Ansicht nach einfach nur plumpe Bauernfängerei.
Die Argumentation könnte in etwa so aussehen: Es wird angenommen, dass du als Nichtwähler natürlich trotzdem keine extremen Parteien wählen würdest (falls du wählen würdest). Dann ist das Tortenstück der nicht-extremen Stimmen verhältnismäßig kleiner, als es mit deiner Stimme wäre.
Die Frage ist natürlich, ob du diese Annahme akzeptierst.
Herr Sharif schrieb am 27.09.09, 00:43 Uhr:
Erich Mühsam in „Die Fackel“, 1907:
Jeder Wähler ist ein Tröpfchen von dem Öl, das die große Staatsmaschine schmiert. Was er wählen darf, ist allein das Ölkännchen, aus dem er in das Räderwerk träufeln darf, und von dem je nach der Größe des Behälters ein Schuß mehr links oder ein Schuß mehr rechts in den Apparat gegossen wird, dessen Hauptwalze sicher und exakt funktioniert, unbeirrt darum, welche von den vielen Seitenrädchen sich etwas schneller und welche sich etwas langsamer um ihre Achse drehen. Die Stimmabgabe jedes einzelnen Wählers hat also für den Gang der Geschicke eines Volkes ebensoviel zu bedeuten. wie der Rauch einer Zigarre, der sich im weiten Raum einer Wolke beimischt, für den Niederschlag eines Gewitters.DIE FACKEL, IX. Jahr, Nr. 223-224, Wien 12. April 1907
Schmarrn. In dieser Darstellung wäre der Nichtwähler der einzige, der die Maschine (per Wahl) zerstören kann, nämlich mittels des Verweigerns seine Stimme/das Schmiermittel zu geben und damit die Maschine dem Tod durch die Reibungskraft auszuliefern (oder je nach Menge an Nichtwählern zumindest den reibunglosen Betrieb der Maschine zu verhindern).
Das stimmt aber einfach nicht. Der Nichtwähler hat keinen solchen Einfluss und der Exekutive kann es piepegal sein, dass sie nicht von einer breiten Masse ermächtigt wurde, solange ihre Macht nicht aktiv bekämpft wird.
Nein, schlaft nicht, während die Ordner der Welt geschäftigt sind!Günter Eich
Seid mißtrauisch gegen die Macht, die sie vorgeben für euch erwerben zu müssen!
Wacht darüber, daß eure Herzen nicht leer sind, wenn mit der Leere eurer Herzen gerechnet wird!
Tut das Unnütze, singt die Lieder, die man aus eurem Mund nicht erwartet!
Seid unbequem, seid Sand, nicht das Öl im Getriebe der Welt!
@loeffler:
Herr Wickert ist einfach nur blöd. Scheinbar kennt er nicht die Geschichte der „Grünen“. Als ich noch „Grün“ gewählt habe (das war bis Ende der 80er) war ein ganz wichtiger Anteil der „grünen“ Politik auch noch ein „außerparlamentarischer“. Startbahn West, Atomkraft und Hausbesetzungen in Berlin waren wichtige Themen.
Herr Wickert spricht von den „Grünen” die 1999 den Angriffskrieg auf Jugoslawien und 2003 Hartz IV zugestimmt haben. Das sind andere Leute, eine andere Partei. Solche „Grünen“ schaffen es natürlich in deutsche Parlamente, keine Frage.
Herr Wickert ist einfach nur blöd. Scheinbar kennt er nicht die Geschichte der „Grünen“. Als ich noch „Grün“ gewählt habe (das war bis Ende der 80er) war ein ganz wichtiger Anteil der „grünen“ Politik auch noch ein „außerparlamentarischer“. Startbahn West, Atomkraft und Hausbesetzungen in Berlin waren wichtige Themen.
Herr Wickert spricht von den „Grünen” die 1999 den Angriffskrieg auf Jugoslawien und 2003 Hartz IV zugestimmt haben. Das sind andere Leute, eine andere Partei. Solche „Grünen“ schaffen es natürlich in deutsche Parlamente, keine Frage.
Naboolean schrieb am 27.09.09, 01:06 Uhr:
… Das stimmt aber einfach nicht. Der Nichtwähler hat keinen solchen Einfluss und der Exekutive kann es piepegal sein, dass sie nicht von einer breiten Masse ermächtigt wurde, solange ihre Macht nicht aktiv bekämpft wird.
Na also!
Ja, okay, mehr als fünf Prozent müssen wir schon sein.
(Ulrich Wickert Video ...
)
Aber bitte keine Partei gründen!
Nee, ich bin schon der Überzeugung, dass die Nichtwähler irgendwann mal ein nicht mehr zu unterschätzendes politisches Potential in unserer Gesellschaft sein werden. Immerhin ist es laut Verfassung ja sogar erlaubt nicht zu wählen. Aber wer betont das noch heutzutage in unserer Lobbyisten-Welt.
Aber bitte keine Partei gründen!
Nee, ich bin schon der Überzeugung, dass die Nichtwähler irgendwann mal ein nicht mehr zu unterschätzendes politisches Potential in unserer Gesellschaft sein werden. Immerhin ist es laut Verfassung ja sogar erlaubt nicht zu wählen. Aber wer betont das noch heutzutage in unserer Lobbyisten-Welt.
Herr Sharif schrieb am 27.09.09, 03:33 Uhr:
Ja, okay, mehr als fünf Prozent müssen wir schon sein.(Ulrich Wickert Video ...
)
Aber bitte keine Partei gründen!
Nee, ich bin schon der Überzeugung, dass die Nichtwähler irgendwann mal ein nicht mehr zu unterschätzendes politisches Potential in unserer Gesellschaft sein werden. Immerhin ist es laut Verfassung ja sogar erlaubt nicht zu wählen. Aber wer betont das noch heutzutage in unserer Lobbyisten-Welt.
Spoiler (anzeigen):
ich glaube die meisten hier sind so jung, dass sie nur an das »gute« glauben und die dunkle macht nicht zu genüge spüren
ich glaube die meisten hier sind so jung, dass sie nur an das »gute« glauben und die dunkle macht nicht zu genüge spüren
eve schrieb am 26.09.09, 22:35 Uhr:
außerdem ist das auch nur das vorspiel für „sido geht wählen“. da wirds erst richtig interessant.
ich habe es in teilen gesehen
fand ich eigentlich gar nicht schlecht… endlich weiss auch ich bescheid
Ich habe meine Kreuzchen im übrigen gerade gemacht…
Ab 15:390 Uhr werde ich mal das „BudnesradiO“ hören ... http://bundesradio.de/ mit Tim Pritlove und Philip Banse ...
Herr Sharif schrieb am 27.09.09, 00:43 Uhr:
Ich wähle heute nur mit meiner ersten Stimme gegen – ich betone gegen – eine sehr unsympathische Wahlkreiskandidatin.
haha. wer denn?
Ich weiß nicht, ob die Aktion hier schon irgendwo genannt wurde (habe nichts gefunden), aber ich mag die Idee und finde es mal einen sinnvollen, zeitgemäßen und jungwähler-nahen Umgang mit den neuen Medien: Die Grünen beantworten in den letzten 72 Std. vor der Wahl via Interview und am Rechner die Fragen der Nutzer zu ihrem Programm: http://dreitagewach.gruene.de
mac schrieb am 27.09.09, 13:16 Uhr:
Herr Sharif schrieb am 27.09.09, 00:43 Uhr:
Ich wähle heute nur mit meiner ersten Stimme gegen – ich betone gegen – eine sehr unsympathische Wahlkreiskandidatin.
haha. wer denn?
Erika Steinbach
Editiert: 27.09.09, 15:13 Uhr
nope@DerWesten: Haben gerade in Bremen angerufen - die Zahlen im Netz sind Daten von einem Test am Donnerstag. Gleich mehr @heiko #btw09
http://www.spiegel.de/politik/deutschlan...01,00.html
Wahlbeteiligung geht deutlich zurück
Liegt es am schlappen Wahlkampf? Die Beteiligung der Bundesbürger am Urnengang liegt bis zum Nachmittag deutlich unter den Werten von 2005. Nun droht ein Minusrekord.
