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Loveparade 2010
osbow schrieb am 26.07.10, 20:29 Uhr:
Ben schrieb am 26.07.10, 19:46 Uhr:
So makaber das sein mag, an den Bildern/Videos von dem Unglück sieht man arg deutlich, dass der sonst so weitentwickelte Mensch in Extremsituationen ebenso kurzsichtig agiert, wie jedes auch nur mittelmäßig intelligente Tier - und eben auch leider genauso unberechenbar. Nur so eine Beobachtung
Da kannst du aber keinem einen Vorwurf machen. Jeder der einmal in so einer Situation war ist zum Ende immer geschockt wie instinktiv man doch reagiert. Da setzt der Verstand wirklich aus. Das hat nichts mit Egoismus oder dergleichen zu tun.
Ne, ne - so war das auch gar nicht gemeint. Das war wirklich nur eine ganz neutrale Beobachtung, weil hier imho einfach so erschreckend deutlich wird, wie Menschen in solchen Situationen reagieren können - und mit welchen katastrophalen Folgen.
tagesschau.de: Brennt sich so eine Massenpanik wie bei der Loveparade in unser aller Gedächtnis ein?
Lüdke: Solche Bilder brennen sich sehr stark in die Köpfe und in die Seelen der Menschen ein; auch derjenigen, die es nur am Fernsehen betrachtet haben. Es gibt dazu seit den Terroranschlägen in New York Studien, die belegen, dass bei Fernsehzuschauern genauso schwere Traumatisierungen ausgelöst werden können wie bei den direkt Betroffenen. Das hat etwas mit unseren Spiegelnervenzellen zu tun. Unser Gehirn kann nicht unterscheiden, ob wir selber vor Ort sind oder von außen zusehen. Von daher kann es bei sehr vielen Menschen zu schleichenden Traumatisierungen kommen. Es kann ein sehr starkes Vermeidungsverhalten entstehen, sich eben nicht zu solchen Großveranstaltungen zu begeben. Möglicherweise entwickeln sich auch Ängste und Depressionen.
Immer das selbe mit diesen „Experten“
also mein hirn kann das. 
scheinbar darf nach solchen vorkommnissen immer jeder depp kommentieren und seinen sinnfreien senf dazu abgeben.
scheinbar darf nach solchen vorkommnissen immer jeder depp kommentieren und seinen sinnfreien senf dazu abgeben.
Langjähriger psychologischer Ausbilder von Spezialeinheiten der Polizei in NRW und Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität zu Köln, Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Psychotherapie.
Na ja, wahrscheinlich gibt es bessere Experten. Aber als Psychologe mit Erfahrungen auf diesem Gebiet wird er sich schon äussern dürfen. Auch wenn er kein Experte der Medienwirkungsforschung ist, hat er nicht ganz unrecht mit dem was er sagt (ich habe jetzt nur das Zitat oben gelesen).
Ausserdem sind solche Interviews i.d.R. stark gekürzt und zusammengefaltet - also nicht alles auf die Goldwaage legen was in den Medien von und über Wissenschaft zitiert wird.
[edit] Ich google den Menschen erstmal.
Ja, unschön für einen Psychologen, das mit der BAMS.... 
Nichtsdestotrotz glaube ich dass da was wahres dran ist. Außerdem steht da „Von daher kann es bei sehr vielen Menschen zu schleichenden Traumatisierungen kommen.“ Nicht, dass es zwangsläufig so ist.
alexxxus schrieb am 27.07.10, 09:48 Uhr:
tagesschau.de: Brennt sich so eine Massenpanik wie bei der Loveparade in unser aller Gedächtnis ein?
Lüdke: Solche Bilder brennen sich sehr stark in die Köpfe und in die Seelen der Menschen ein; auch derjenigen, die es nur am Fernsehen betrachtet haben. Es gibt dazu seit den Terroranschlägen in New York Studien, die belegen, dass bei Fernsehzuschauern genauso schwere Traumatisierungen ausgelöst werden können wie bei den direkt Betroffenen. Das hat etwas mit unseren Spiegelnervenzellen zu tun. Unser Gehirn kann nicht unterscheiden, ob wir selber vor Ort sind oder von außen zusehen. Von daher kann es bei sehr vielen Menschen zu schleichenden Traumatisierungen kommen. Es kann ein sehr starkes Vermeidungsverhalten entstehen, sich eben nicht zu solchen Großveranstaltungen zu begeben. Möglicherweise entwickeln sich auch Ängste und Depressionen.
Immer das selbe mit diesen „Experten“
Nichtsdestotrotz glaube ich dass da was wahres dran ist. Außerdem steht da „Von daher kann es bei sehr vielen Menschen zu schleichenden Traumatisierungen kommen.“ Nicht, dass es zwangsläufig so ist.
kathi schrieb am 27.07.10, 11:03 Uhr:
Ich weiss nicht, mag sein, dass ich generell grad etwas gereizt bin, aber mir geht dieses unempathische Getue hier manchmal einfach ganz schön auf die Nerven. Ich kenne ein paar Leute in meinem Bekanntenkreis, die nicht alles einfach immer so wegstecken - sowas hängt vom Charakter, der Sensibilität, der aktuellen Lebenssituation und den persönlichen Erfahrungen ab, die man in seinem Leben so gemacht hat und ich sehe nicht ein, warum das ständig belächelt oder als Weicheihaftigkeit runtergemacht werden muss.
Wie gesagt: vielleicht ärgert mich das im Moment etwas mehr, als es sollte. Nichts für ungut.Weitermachen.
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Aber was mir auf den Keks geht ist diese Aussage, und zwar tierisch. Und nochmehr, weil ich es bei der tagesschau lesen muss und nicht bei der Bildzeitung. Natürlich kann auch ein Fernsehbericht Betroffenheit auslösen, aber wenn ein Mensch nicht differenzieren kann, ob er dabei ist, oder einen Bericht im Fernsehen sieht, dann hat er die wichtigste Fähigkeit des Menschen nicht, nämlich sich in seiner (sozialen) Umwelt zu verorten. Und das einem näher geht, wenn es Freunde, Bekannte oder Verwandte trifft, als wenn es völlig Fremde trifft, ist ebenfalls normal, sonst müsste ich ja bei jeder Todesanzeige in der Zeitung zusammenbrechen.
Editiert: 27.07.10, 11:49 Uhr
wenn im fernsehen/youtube/handy gezeigt würde, wie jemand gefoltert/vergewaltigt/enthauptet würde (also in echt jetzt, nicht offensichtlich als film oder »kunst«), würde ich das vermutlich auch nicht sehen wollen, weil es mich anekeln und erschüttern würde. auch wenn ich weiß, dass ich nicht dabei bin, mir vor dem fernseher nichts passieren kann und ich keinen einfluß auf das ggf. bereits geschehene habe, würde es sich vermutlich mehr oder weniger stark einbrennen.ich denke so etwa ist das gemeint und für mich klingt das jetzt nicht gerade unlogisch oder albern.
Dominic schrieb am 27.07.10, 11:42 Uhr:
wenn im fernsehen gezeigt würde, wie jemand gefoltert/vergewaltigt/enthauptet würde (also in echt jetzt, nicht offensichtlich als film oder »kunst«), würde ich das vermutlich auch nicht sehen wollen, weil es mich anekeln und erschüttern würde. auch wenn ich weiß, dass ich nicht dabei bin, mir vor dem fernseher nichts passieren kann und ich keinen einfluß auf das ggf. bereits geschehene habe.
ich denke so etwa ist das gemeint und für mich klingt das jetzt nicht gerade unlogisch oder albern.
Im Leben wollte ich das nicht sehen. Aber dennoch bin ich sicher, dass man wesentlich besser damit klar kommen würde, als wenn man es in echt sehen müsste. Es ist schichtweg falsch zu behaupten, dass unser Gehirn nicht in der Lage ist, zu unterscheiden. Allerdings wäre es in diesem Fall jetzt so, als wenn man eine Menschenmenge zeigen würde und der Sprecher würde sagen: Da hinten, verdeckt von der Menschen, wird gerade jemand vergewaltigt. Zum Glück hat ja niemand die auf dem Boden liegenden Menschen gefilmt, das wäre ein ganz anderes Kaliber. Ich bin sehr gut in der Lage, mich in eine solche Situation hineinzufühlen. Diese absolute Aussage dieses Kerls ist Unsinn und nicht mehr und nicht weniger sage ich. Das hat mit meiner Sicht un Einschätzung der Katastrophe nullkommanix zu tun.
Ja genau, bei den Terroranschlaegen in New York war ja ab einem Zeitpunkt das Fernehen live dabei, und das ist bestimmt fuer viele schockierend zu sehen wie Menschen sich hinuntergestuerzt haben. So eine Live-Uebertragung war ja jetzt hier nicht der Fall, oder?
Ausserdem glaube ich, das viele Trauma-reaktionen spaeter auch durch Geraeusche und Gerueche ausgeloest werden.
Ich habe mal im Radio einen Feature ueber das Unglueck in Ramstein gehoert und die Spaetfolgen fuer die Opfer, auch Menschen, die gar nicht verletzt wurden.
Da gibt es mittlerweile aeltere Maenner, die jetzt, 20 Jahre spaeter sich unter einen Busch kauern vor Angst, wenn ein Fluegzeug ueber Ihnen fliegt und sie das Motorengeraeusch hoeren koennen.
Ausserdem glaube ich, das viele Trauma-reaktionen spaeter auch durch Geraeusche und Gerueche ausgeloest werden.
Ich habe mal im Radio einen Feature ueber das Unglueck in Ramstein gehoert und die Spaetfolgen fuer die Opfer, auch Menschen, die gar nicht verletzt wurden.
Da gibt es mittlerweile aeltere Maenner, die jetzt, 20 Jahre spaeter sich unter einen Busch kauern vor Angst, wenn ein Fluegzeug ueber Ihnen fliegt und sie das Motorengeraeusch hoeren koennen.
dieser lüdtke ist doch offensichtlich überhaupt nicht ernstzunehmen, und auch sein gegenüber bei der tagesschau nicht. ich mein, allein schon die frage – „Brennt sich so eine Massenpanik wie bei der Loveparade in unser aller Gedächtnis ein?“ – hat doch null relevanz, was soll man dadrauf schon antworten? („Welche Massenpanik?“ ) das ist reine zeilenschinderei IMO.
wenn die aussagen ernstgemeint wären: „beängstigende bilder zu sehen kann traumatisierend sein“ – da kann was dran sein, je nach umständen halt (wer sieht die bilder, was für nen bezug hat der zu dem abgebildeten etc), aber „bei Fernsehzuschauern [können] genauso schwere Traumatisierungen ausgelöst werden wie bei den direkt Betroffenen“ .. WTF? man kann doch nicht jemanden, der in einer menschenmenge fast erstickt und angst um sein leben hat, gleichsetzen mit jemandem, der zu hause auf dem sofa hockt? wenn ich für die tagesschau gebühren zahlen würde, würde mich das auch aufregen.
wenn die aussagen ernstgemeint wären: „beängstigende bilder zu sehen kann traumatisierend sein“ – da kann was dran sein, je nach umständen halt (wer sieht die bilder, was für nen bezug hat der zu dem abgebildeten etc), aber „bei Fernsehzuschauern [können] genauso schwere Traumatisierungen ausgelöst werden wie bei den direkt Betroffenen“ .. WTF? man kann doch nicht jemanden, der in einer menschenmenge fast erstickt und angst um sein leben hat, gleichsetzen mit jemandem, der zu hause auf dem sofa hockt? wenn ich für die tagesschau gebühren zahlen würde, würde mich das auch aufregen.

