Erledigt: von und zu Guttenberg

News Politik
 
Bevor die ganze Diskussion im ZMI untergeht, mach ich mal einen eigenen Thread dazu auf. Hat sich ja inzwischen doch einiges angestaut.

Previously on Supertopic:
marx schrieb am 18.02.11, 14:55 Uhr:

chr chr chr

Aber eigentlich ist diese ganze Debatte so … naja, ein Sack Reis in China wäre spannender.
alexxxus schrieb am 18.02.11, 15:01 Uhr:

Findste? Ich mein, klar, das ist nicht der einzige, der das so macht. Aber immerhin ist es eine Sache, für die man als einfacher Student bei einer Seminararbeit schlimmstenfalls exmatrikuliert werden kann. Und da ich diese Type eh noch nie leiden konnte, freut's mich schon etwas.
marx schrieb am 18.02.11, 15:06 Uhr:

Ja, eben. Es ist einfach nur Häme und Schadenfreude. Egal wie das ganze jetzt ausgeht, es ändert nichts. Nichts an seinem Amt, nichts an der Politik, nichts an der Welt.

Sack Reis -> Boden = gleicher Effekt

Sollen Sie ihm doch seinen Doktortitel wegnehmen oder was weiß ich. Aber warum muss das jetzt so groß gemacht werden? So als hätte seine Doktorarbeit Menschenleben gerettet, Waldbrände gelöscht oder Krebs geheilt, wenn sie korrekt zitiert gewesen wäre.
alexxxus schrieb am 18.02.11, 15:10 Uhr:

Klar verstehe ich, marx, aber ist ja auch logisch, dass ihm jemand an den Karren fahren will, wenn man sich so positioniert wie er, als absolut integrer Saubermann. Schlechtes Zitieren ist schlechter Stil und das passt eben nicht zu einem Freiherrn. Meine Freundin macht gerade ihre Promotion fertig und die achtet penibler auf korrekte Zitation und das nicht in einem solchen Korinthenkacker- und Wortklauberfach wie Jura.

loeffler five
Mighty Mike schrieb am 18.02.11, 15:30 Uhr:

Wenn der Hanswurst keine Doktorarbeit sauber zitieren kann will ich gar nicht wissen was der in seinem Amt so pfuscht. Daher ist die Diskussion schon nicht ganz so sinnlos.

Wofür ist der zuständig? Krieg?
Ben schrieb am 18.02.11, 16:14 Uhr:

Mighty Mike schrieb am 18.02.11, 16:09 Uhr:

Davon ausgehend, dass DE gerade die Wehrpflicht abgeschafft hat [...]

Genau - und das ist nicht zuletzt ihm zu verdanken, was mich persönlich über die Sache mit den Zitaten jetzt mal gnädig hinwegsehen lässt. Abschaffen (bzw. aussetzen) - das war das Beste, was man mit der Wehrpflicht machen konnte.
Herr Sharif schrieb am 18.02.11, 16:44 Uhr:

Dieser Text ist nur für Mitglieder sichtbar.
alexxxus schrieb am 18.02.11, 18:02 Uhr:

Ben schrieb am 18.02.11, 16:14 Uhr:

Mighty Mike schrieb am 18.02.11, 16:09 Uhr:

Davon ausgehend, dass DE gerade die Wehrpflicht abgeschafft hat [...]

Genau - und das ist nicht zuletzt ihm zu verdanken, was mich persönlich über die Sache mit den Zitaten jetzt mal gnädig hinwegsehen lässt. Abschaffen (bzw. aussetzen) - das war das Beste, was man mit der Wehrpflicht machen konnte.

Als ob das seine Entscheidung war. Das ist ein Zeichen der Zeit und mehr nicht.
kathi schrieb am 18.02.11, 18:09 Uhr:

randall schrieb am 18.02.11, 18:03 Uhr:

gutenberg: ich bin da bei abalone und alexxxxx

absolut. ich hab auch erst gedacht wie marx, bis ich mal ein paar passagen gesehen hab. es ist ja anscheinend nicht so, dass er versehentlich mal eine fussnote vergessen hat - die gesamte einleitung der doktorarbeit z.b. mal eben wort für wort woanders herzuklauen, sieht mal gar nicht nach einem versehen aus. und wer sich so auf diese art auf kosten anderer einen eigenen vorteil verschafft, macht das in anderen bereichen vielleicht auch nicht anders. er verliert als politiker an glaubwürdigkeit und seriösität, ganz besonders dann, wenn er vorher gern als vorzeige-hansel herumgereicht wurde.

hörthört
faiblehaft schrieb am 18.02.11, 18:29 Uhr:

wenn er es überhaupt alleine (ab-)geschrieben hat. kann mir gut vorstellen, dass er jemanden bezahlt hat. so eine dissertation kann man nicht so einfach nebenbei schreiben, wenn er zu der zeit mehrere politische tätigkeiten hatte. kann auch sein, dass die uni bayreuth irgendjemanden nen gefallen getan hat.
Toadward schrieb am 18.02.11, 23:19 Uhr:

ich würde eh sagen,das ein guter prozentsatz aller solcher arbeiten mittlerweile abgeschrieben werden.
leider gibt es wohl noch keine gescheite software die minimale umformulierungen als kopie aufzeigt.
aber hier kommt auch wieder die alte frage hoch: was ist kopie und wo fängt das neue an?
siehe auch http://www.supertopic.de/forum/9/everyth...275-1.html
alexxxus schrieb am 19.02.11, 00:01 Uhr:

Toadward schrieb am 18.02.11, 23:19 Uhr:

ich würde eh sagen,das ein guter prozentsatz aller solcher arbeiten mittlerweile abgeschrieben werden.
leider gibt es wohl noch keine gescheite software die minimale umformulierungen als kopie aufzeigt.
aber hier kommt auch wieder die alte frage hoch: was ist kopie und wo fängt das neue an?
siehe auch http://www.supertopic.de/forum/9/everyth...275-1.html

Man kann ja gerne abschreiben "so viel man will", man darf nur nicht zu faul sein, anständig zu zitieren.
Toadward schrieb am 19.02.11, 00:08 Uhr:

alexxxus schrieb am 19.02.11, 00:01 Uhr:

Toadward schrieb am 18.02.11, 23:19 Uhr:

ich würde eh sagen,das ein guter prozentsatz aller solcher arbeiten mittlerweile abgeschrieben werden.
leider gibt es wohl noch keine gescheite software die minimale umformulierungen als kopie aufzeigt.
aber hier kommt auch wieder die alte frage hoch: was ist kopie und wo fängt das neue an?
siehe auch http://www.supertopic.de/forum/9/everyth...275-1.html

Man kann ja gerne abschreiben "so viel man will", man darf nur nicht zu faul sein, anständig zu zitieren.

naja, aber es soll doch auch eine eigenleistung da sein, oder?
eine zitatesammlung kann ja keinen doktortitel geben
Für die Promotion muss eine schriftliche Arbeit (Dissertation oder Doktorarbeit) angefertigt werden, die neue wissenschaftliche Erkenntnisse enthält.
http://de.wikipedia.org/wiki/Doktor#Anforderungen
alexxxus schrieb am 19.02.11, 00:16 Uhr:

klaro, deswegen ja in anführungszeichen. grundlegend wird das mit den neuen erkenntnissen aber nicht so ernst genommen

Ich hoffe, ich hab nichts wesentliches übersehen.
Spoiler (anzeigen):

Die Wahl des Titels überlass ich den kreativen Köpfen hier. ;-)
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Schon mal bei Amazon geguckt? Vielleicht wirst du dort fuendig.

 
Ich fand die Aktion mit der Pressekonferenz von ihm heute gestern ja schon arg fragwürdig:


Link zum Video (via)
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Ich finde es schon beängstigend was in anderen Diskussionen (z.B. auf Zeit, SPON usw.) an Geringschätzung akademischer Leistungen zu Tage tritt. Abschreiben für die Dissertation wird mit dem Abpinnen in einer Klassenarbeit verglichen. starr brain

Die private PK gestern - sehr peinlich und selbstschädigend.
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Abalone schrieb am 18.02.11, 15:41 Uhr:

Mir wäre es ganz recht, würde er über diese Geschichte stolpern. Guttenberg ist ein Politiker, der allein durch Charme und adrettes Auftreten glänzt und so in weiten Teilen der Bevölkerung Begeisterung hervorruft. Kompetenz spielt hier keine Rolle. So einem netten Mann lässt man so manches durchgehen, und dadurch wird er für Lobbyarbeit unheimlich attraktiv. Ich glaube, dass dieser Mensch in Zukunft einige Dinge auf den Weg bringen kann, die uns nicht gut schmecken werden. Aber man wird es ihm nachsehen.
Je eher er fällt, um so besser.

Auf folgender Seite

http://de.guttenplag.wikia.com/wiki/Plagiate

kann jeder daran mitarbeiten, die Dissertation von von Guttenberg auf problematische Stellen hin zu überprüfen. Bislang wurden 176 Seiten seiner Arbeit als „fehlerhaft zitiert“ identifiziert - das sind über 40%. Wenn ich mir die zusammengetragenen Funde so anschaue, dann kann ich nur zu dem Schluß kommen: die mühevolle Arbeit, die von Guttenberg geleistet haben will (oder hat leisten lassen, wer weiß), bestand allein aus dem Zusammenkopieren unterschiedlicher Quellen, ohne diese als solche auszuweisen, und sowas ist nicht nur schlechter Stil, das ist Betrug und hat Konsequnezen nach sich zu ziehen.
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Editiert: 19.02.11, 12:01 Uhr
Ich finde diese ganze Wühlerei mehr als lächerlich.
Wer von den ganzen Reportern und Redakteuren – und allen Anderen, die da so laut schreien –
seine Hausaufgaben, Doktorarbeiten und Businesspläne etc. komplett aus eigener Hand verfasst hat, soll mal die Hand heben. Von den ganzen abgeschriebenen Artikeln wollen wir gar nicht erst anfangen.
Spoiler (anzeigen):

Ich lass meine mal schön unten. smoke
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Ich stell mir nur mal vor, jemand untersucht meine Abschlussprüfung 10 Jahre nach dem ich sie geschrieben habe und stellt fest: Ne, der hat eigentlich nicht bestanden.

Ich finde sowas geht nicht. Wenn die Universität damals die Prüfung nicht gründlich genug geprüft (oder ihr es nicht möglich war) trägt sie selbst die schuld. Die gezielte Überprüfung im Nachhinein um irgendetwas in seiner Arbeit zu finden um Herrn Gutenberg zu überführen finde ich peinlich für die Universität.

Seit einiger Zeit gibt es ja nun die Möglichkeit Arbeiten via Computerprogramm auf Plagiatsfälle zu prüfen. Das finde ich auch ok so aber ich bin mir auch sicher, sollte man alle Doktorarbeiten der letzten 30 Jahre im Nachhinein damit überprüfen, gäbe es sehr viel weniger Doktoren in Deutschland.

Ich finde diese gezielte Bloßstellung lächerlich. Ich bin kein großer Guttenberg-Anhänger aber diese Mentalität, Leute die was drauf haben irgendwie fertig zu machen, zum kotzen.
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wenn ich das richtig verstanden habe, ist es durchaus üblich, das solche arbeiten ab und an auf ihre richtigkeit überprüft werden. und in mänchen fällen stellt sich dann eben herraus, dass da nicht alles so ist wie gefordert. da sind vor dem herrn kriegs verteidigungsminister schon andere leute drüber gestolpert.
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Editiert: 19.02.11, 11:16 Uhr
Diese Wühlerei jetzt finde ich auch nicht so toll. Da hat zunächst ein Jura Professor abgeschriebene Passagen gefunden. Dass das bei einer Person des öffentlichen Lebens an die Öffentlichkeit kommt ist nicht verwunderlich. Und die zuerst gefunden Fälle sind einfach kein kleines Fauxpas sondern werden, wie ich bereits schrieb, im Hinblick auf die Selst-verfasst-Erklärung, sogar unter Umständen bei einfach Seminar-Arbeiten mit Exmatrikulation geahndet. Ich bin der Meinung, dass speziell bei Juristen so eine laxe Abschreiberei überhaupt nicht OK ist, denn sie ziehen ihr ganzes Leben lang Vorteile aus Formfehlern.

Die später aufgefundenen Fehler finde ich, soweit ich gesehen habe, nicht schlimm. Kommt aber eben noch auf die großzügig abgeschriebenen Passagen obendrauf. Hätte wegen mir aber auch nicht sein müssen, mir reichen die ersten Fälle. Und in der heutigen Zeit zieht so ein Fall eben Kreise im Interwebz.

Wenn es in Deutschland wegen einer solchen Überprüfung weniger Doktoren gebe würde, wäre das meiner Ansicht nach auch nicht so schlimm. Das ist halt eine deutliche Stufe anspruchsvoller als Studium und Abschlussarbeit und wer bei dieser Arbeit immer noch kein korrektes wissenschaftliches Arbeiten, wozu ordentliches Zitieren eben gehört, der sollte auch keinen Doktortitel bekommen.

Christian schrieb am 19.02.11, 09:29 Uhr:

ch bin kein großer Guttenberg-Anhänger aber diese Mentalität, Leute die was drauf haben irgendwie fertig zu machen, zum kotzen.

Wenn ich schon höre „Leute, die was drauf haben“. Leute, die was drauf haben, können ordentlich zitieren.
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ich verstehe die nicht, die den guttenBERG toll finden, der kommt doch unsympathisch und arrogant rüber.
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„Leute, die was drauf haben“ - liegt wohl im Auge des Betrachters. Wer's drauf hat, muss nicht kopieren, sondern schafft selbst, oder weiß zumindest, wie man zitiert.

Jeder, der ertappt wird, kriegt Ärger, Beispiel: „2009 sorgte der Fall des Spitzenbeamten Andreas Kasper für Schlagzeilen. Der Verwaltungsjurist, einst Büroleiter des niedersächsischen Sozialministeriums und dann hauptamtlicher Vorsteher des Landesverbandes Lippe, hatte in seiner Doktorarbeit abgekupfert, und zwar seitenlang. Die Universität Göttingen entzog ihm daraufhin seinen Doktorgrad.“ (Deutsche Welle)
Passiert nicht oft, aber es passiert. Und wenn es einen trifft, der in der Öffentlichkeit steht, dann schlägt das eben auch mal höhere Wellen.

Und wenn der Professor, der Guttenbergs Arbeit ein „summa cum laude“ verpasste, im gleichen Jahr von Edmund Stoiber den bayrischen Verdienstorden verliehen bekommt, dann riecht das für mich nach Klüngelei - „Häberle, wink mich durch, dann red ich mit Edmund über deine Auszeichnung.“ Nur eine Vermutung, aber ich wäre nicht überrascht.

Mich kotzt eher die Einstellung „machen doch alle so, lasst den Mann doch in Ruhe“ an. Klar, alle, die's nach oben geschafft haben, haben ihre vllt irgendwann mal vorhanden gewesenen Ideale verkauft, sich verbogen, haben beschissen, andere fertig gemacht, intrigiert und geklüngelt - lassen wir sie alle doch einfach in Ruhe. Wenn's mal einen trifft, hab ich damit überhaupt kein Problem, im Gegenteil, ich wünschte, es würde mal alles aufgedeckt, was überall an Schweinereien läuft - und dann könnte uns eigentlich nur noch eine große Flut retten, gegen den ganzen Dreck und Schmodder wird man niemals mehr ankommen.

Wie man sieht, mir geht's bei der Dissertationsgeschichte eher um das, was dahinter steckt - eine faule, stinkende, durch und durch verdorbene Welt, in der jeder Schuld auf sich geladen hat und niemand mehr einen Stein werfen kann. Also wird sich auch nichts mehr ändern. Da kann man nur noch die schwere der Schuld gewichten, und das ist ein völlig willkürlicher Vorgang - da sehen die einen über eine zusammenkopierte Dissertation hinweg, andere tun dies nicht, weil sie vllt noch mehr sehen als nur die 476 Seiten - oder vllt reichen sie ihnen auch schon. Wäre es nicht von Guttenberg gewesen, sondern ein Westerwelle, wöge der „Faux-pas“ wahrscheinlich viel schwerer, weil er das Pech hat, sowieso unbeliebt zu sein.

Auch wenn's jetzt wirr wird, nochmal zu dem „Wer ohne Fehl ist, soll mal die Hand heben“ - ok, weil's also viele so machen, ist es in Ordnung. Dann zahl ich in Zukunft auch nicht mehr für meine Einkäufe, sondern nehme sie mir einfach so, machen andere doch auch.
Nur, weil es andere auch tun, ist es noch lange nicht richtig, gut oder legitim. Ist doch eigentlich eine grundlegend bekannte und logische Sache.

Und was an Guttenberg noch problematisch ist: er tritt vor die Öffentlichkeit und sagt „Ich habe nicht abgeschrieben, das Werk ist kein Plagiat.“ Und dann findet sich bis jetzt fast die Hälfte seiner Arbeit in anderen Schriften wieder, wortwörtlich oder mit kleinen Abwandlungen. Das ist glasklar eine Lüge, und wer einmal lügt, kann auch in anderen Dingen lügen. Habt ihr ernsthaft noch Vertrauen in Menschen, denen ihr eine Lüge nachweisen konntet? Und noch dazu, wenn es ein Mensch ist, dem ihr die staatliche Führung anvertraut?

Und worin besteht denn nun eigentlich die bisherige Leistung von von Guttenberg, „der's drauf hat“? Gesetzesentwürfe lies er von Anwaltskanzleien formulieren - wo ist die Eigenleistung? Abschaffung der Wehrpflicht und Verkleinerung der Bundeswehr - ist noch gar nicht durch, das Thema - größtes Problem ist wohl die Finanzierbarkeit, und gerade seh ich auf SpOn: Bundeswehr fürchtet Soldatenschwund - ohne Wehrpflicht will keiner mehr mitmachen in dem Verein. Ist ja auch nicht verwunderlich, wird ja immer gefährlicher.

Ach, undundund. Punkt und Schluß.
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Editiert: 19.02.11, 12:28 Uhr
was abalone sagt

Spoiler (anzeigen):

, kann ich so in großen Teilen unterschreiben. ja
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Vor allen Dingen muss man auch mal schauen was „andere“ Doktoranden „leisten“ müssen um mit einem „cum laude“ nach Hause zu gehen.

Da wird keine 400 Seiten Dissertation zusammengehauen, nein da werden Klausuren korrigiert, Literaturrecherchen für den Prof. durchgeführt. Vorträge vorbereitet, Handouts erstellt und der Kaffee geholt uswusf.

Doktor Arbeiten in der Medizin sind nicht die Anspruchvollsten (im Vergleich zu vielen Geisteswissenschaften) jedoch ist da ein Copy Paste nicht möglich. Zumeist sitzt man ein paar Monate in einem Labor uns untersucht Zellkulturen.

Was man sich fragen sollte ist was ist ein „Dr.“ wert? Was soll er ausdrücken?
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abalone five

Spoiler (anzeigen):

ich zunterschreibe auch )
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auch ein DR. muss hart arbeiten

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merci, abalone danke

habe das thema bisher ehrlich gesagt auch immer abgewunken und als belanglos abgestempelt.
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Mich stört trotzdem, dass das Thema unverhältnismäßig stark in den Medien präsent ist. Plötzlich ist das sonstige und meiner Meinung nach ungleich wichtigere, Weltgeschehen scheinbar egal, weil der pöse Karl-Theodor bei seiner Doktorarbeit geschummelt hat. Pfui, das macht man doch nicht, da müssen wir jetzt ganze Titelseiten füllen.
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Klar, das ist wieder ein andere Sache. Die Medien kotzen mich mindestens genauso an. Ansonsten bin ich da ganz bei Abalone.
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Editiert: 08.08.12, 22:01 Uhr
Dieser Beitrag wurde vom Mitglied gelöscht.
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Kommentar von Prof. Dr. Spruth (Uni Tübingen)

„Eine Doktorarbeit ist kein Kriminalroman Herr Dr. zu Guttenberg steigt in meiner Achtung. Mit summa cum laude zu promovieren, ist eine seltene Auszeichnung, die besonders strenge Voraussetzungen und zusätzl...iche externe Gutachten erfordert. Die derzeitigen Angriffe richten sich deshalb weniger gegen Herrn Dr. zu Guttenberg, sondern in erster Linie gegen die Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Universität Bayreuth. Die dortige Promotionskommission setzt sich aus sechs hochkarätigen Wissenschaftlern sowie mindestens einem externen Gutachter zusammen. Summa cum laude erfordert einen einstimmigen Beschluss der Kommissionsmitglieder und des externen Gutachters. Es kann unterstellt werden, dass die Gutachter über den Stand der Wissenschaft auf ihrem eigenen Fachgebiet bestens informiert sind. Eine Doktorarbeit ist kein Kriminalroman, auch wenn viele Kritiker den Unterschied verwischen möchten. Sie ist eine eigenständige wissenschaftliche Leistung und erfordert eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem derzeitigen Stand der Wissenschaft. Hierzu ist es üblich, wenn nicht sogar erforderlich, seitenweise aus anderen Quellen zu quotieren. Ein Plagiat liegt nur dann vor, wenn ein relevanter fremder Beitrag als eigene wissenschaftliche Leistung dargestellt wird. Ein derartiger Vorwurf ist bis heute aber nicht erhoben worden. Das bloße Quotieren von Textpassagen rechtfertigt diesen Verdacht jedenfalls nicht. Quellenangaben für verwendete Textbausteine sind dann zwingend erforderlich, wenn damit zwischen fremden wissenschaftlichen Beiträgen und den eigenen wissenschaftlichen Leistungen unterschieden wird. In allen anderen Fällen ist die Quellenangabe eine übliche und sicher sehr erwünschte Höflichkeitsgeste gegenüber dem Autor, aber auch nicht mehr. Die Frankfurter Allgemeine verdient Anerkennung für ihren hervorragenden Journalismus. Sie ist aber keine wissenschaftliche Fachzeitung. Ein Textbaustein aus der Frankfurter Allgemeinen mag eine brilliante Formulierung enthalten, trägt aber kaum etwas zu dem wissenschaftlichen Beitrag und Wert einer Doktorarbeit bei. Der Versuch, einem erfolgreichen Politiker auf diese Weise am Zeug zu flicken, ist schlechter politischer Stil. Hier wird der Versuch unternommen, auf diese Art und Weise etwas anzuhängen.“

Prof. Dr.-Ing. Wilhelm G. Spruth, Böblingen
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Leeres Gewäsch. Sicherlich muss man die ganze Geschichte nicht so hoch kochen wie derzeit, sie aber mit Sicherheit auch nicht so arschglatt arrogant runterspielen. Wenn man sich mal tiefer mit den Strukturen einer Universität, einer Fakultät und eines Institutes beschäftigt, sieht die Welt schon anders aus. Und der Spruch „Die kochen auch nur mit Wasser“ trifft mehr zu denn je.
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Hm, heute morgen im Radio wurde ein Rechtanwalt dazu befragt. Der meinte, hier von einem Plagiat zu sprechen, trifft zwar die Sache deswegen nicht, weil der Vorwurf rechtlich im Fall einer Dissertation in diesem Bereich irrelevant ist (wohl aber ist der Vorwurf des Betrugs relevant). Er meinte aber auch weiterhin, bei vergleichbaren Fällen wurde von Seiten der Universitäten hart durchgegriffen (auch schon in weniger offensichtlichen Fällen) und auf die Frage der Moderatorin, ob er glaube, dass Guttenberg der Doktortitel aberkannt werde antwortete er „Sagen wir mal so: Jemand, der nicht derartig in der Öffentlichkeit steht, käme zumindest nicht damit durch.“.
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Editiert: 08.08.12, 22:01 Uhr
Dieser Beitrag wurde vom Mitglied gelöscht.
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Redakteur so:
„Chef, hast du schon bei der Konkurenz gelesen? Der Guttenberg hat bei seiner Doktorarbeit Texte von anderen geklaut.“

Chef so:
„Ist ja unglaublich. Lass uns das gleich mal eins zu eins übernehmen.“
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mowgli schrieb am 19.02.11, 16:54 Uhr:

Kommentar von Prof. Dr. Spruth (Uni Tübingen)

„Eine Doktorarbeit ist kein Kriminalroman Herr Dr. zu Guttenberg steigt in meiner Achtung. Mit summa cum laude zu promovieren, ist eine seltene Auszeichnung, die besonders strenge Voraussetzungen und zusätzl...iche externe Gutachten erfordert. Die derzeitigen Angriffe richten sich deshalb weniger gegen Herrn Dr. zu Guttenberg, sondern in erster Linie gegen die Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Universität Bayreuth. Die dortige Promotionskommission setzt sich aus sechs hochkarätigen Wissenschaftlern sowie mindestens einem externen Gutachter zusammen. Summa cum laude erfordert einen einstimmigen Beschluss der Kommissionsmitglieder und des externen Gutachters. Es kann unterstellt werden, dass die Gutachter über den Stand der Wissenschaft auf ihrem eigenen Fachgebiet bestens informiert sind. Eine Doktorarbeit ist kein Kriminalroman, auch wenn viele Kritiker den Unterschied verwischen möchten. Sie ist eine eigenständige wissenschaftliche Leistung und erfordert eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem derzeitigen Stand der Wissenschaft. Hierzu ist es üblich, wenn nicht sogar erforderlich, seitenweise aus anderen Quellen zu quotieren. Ein Plagiat liegt nur dann vor, wenn ein relevanter fremder Beitrag als eigene wissenschaftliche Leistung dargestellt wird. Ein derartiger Vorwurf ist bis heute aber nicht erhoben worden. Das bloße Quotieren von Textpassagen rechtfertigt diesen Verdacht jedenfalls nicht. Quellenangaben für verwendete Textbausteine sind dann zwingend erforderlich, wenn damit zwischen fremden wissenschaftlichen Beiträgen und den eigenen wissenschaftlichen Leistungen unterschieden wird. In allen anderen Fällen ist die Quellenangabe eine übliche und sicher sehr erwünschte Höflichkeitsgeste gegenüber dem Autor, aber auch nicht mehr. Die Frankfurter Allgemeine verdient Anerkennung für ihren hervorragenden Journalismus. Sie ist aber keine wissenschaftliche Fachzeitung. Ein Textbaustein aus der Frankfurter Allgemeinen mag eine brilliante Formulierung enthalten, trägt aber kaum etwas zu dem wissenschaftlichen Beitrag und Wert einer Doktorarbeit bei. Der Versuch, einem erfolgreichen Politiker auf diese Weise am Zeug zu flicken, ist schlechter politischer Stil. Hier wird der Versuch unternommen, auf diese Art und Weise etwas anzuhängen.“

Prof. Dr.-Ing. Wilhelm G. Spruth, Böblingen
Das scheint mir doch eine sehr merkwürdige Auffassung zu sein. Und lässt auch völlig ausser acht, dass zu Guttenberg sich aus vielen Quellen bedient hat, nicht nur aus einem Zeitungsartikel. Anscheinend ließ er ja auch noch den wissenschaftlichen Dienst des Bundestages für sich arbeiten.

Aha, ein wenig Recherche fördert dieses zutage - der von mowgli zitierte Text stammt aus einem Leserbrief des Professors an die Welt vom 17.2., nur scheinen nachträglich noch Passagen hinzugefügt worden zu sein, der ursprüngliche Leserbrief ist viel kürzer:
Zu: „Doktorarbeit bringt Guttenberg in Bedrängnis“ vom 17.2.

Eine Doktorarbeit ist kein Kriminalroman, auch wenn viele Kritiker den Unterschied verwischen möchten. Sie ist eine eigenständige wissenschaftliche Leistung und erfordert eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem derzeitigen Stand der Wissenschaft. Hierzu ist es üblich, wenn nicht sogar erforderlich, seitenweise aus anderen Quellen zu zitieren. Ein Plagiat liegt nur dann vor, wenn ein relevanter fremder Beitrag als eigene wissenschaftliche Leistung dargestellt wird. Ein derartiger Vorwurf ist bis heute aber nicht erhoben worden. Das bloße Quotieren von Textpassagen rechtfertigt diesenVerdacht jedenfalls nicht. Quellenangaben für verwendete Textbausteine sind üblich, aber nicht zwingend erforderlich, besonders dann nicht, wenn sie mehr erläuternder Natur sind. Bei 1200 Fußnoten auf den 475 Seiten der Doktorarbeit kann man an dieser Stelle Herrn Dr. zu Guttenberg kaum den Vorwurf der Fahrlässigkeit machen. Der Versuch, einem erfolgreichen Politiker auf diese Weise am Zeug zu flicken, ist schlechter politischer Stil. Natürlich soll auf diese Art und Weise etwas hängen bleiben.

Prof. Dr. Wilhelm Spruth, Böblingen
(Quelle)

Das liest sich doch etwas anders. Hier geht er wohl noch davon aus, dass eben ein paar Fußnoten vergessen worden sind. Wenn ich mir aber die Vergleiche auf http://de.guttenplag.wikia.com/wiki/Plagiate anschaue, geht es darüber hinaus. Er hat bspw. einen Text kopiert, der mit einem Kürzel des ursprünglichen Verfassers gekennzeichnet war - und dieses Kürzel einfach weggelassen. Sowas vergisst man nicht einfach mal. Usw..
Der Brief wurde also am 17.2. verfasst - “ Ein Plagiat liegt nur dann vor, wenn ein relevanter fremder Beitrag als eigene wissenschaftliche Leistung dargestellt wird. Ein derartiger Vorwurf ist bis heute aber nicht erhoben worden.“ - das dürfte sich in der Zwischenzeit anders darstellen.

Und emil - dass Zeitungen voneinander abschreiben hat herzlich wenig mit Guttenberg zu tun und lässt dessen Verhalten nicht in einem besseren Licht dastehen. Ich wiederhole mich ungern, daher lies nochmal meinen Beitrag.
Wenn dir an einer Diskussion über die Medien gelegen ist, mach einen neuen Thread auf.
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kathi schrieb am 19.02.11, 17:57 Uhr:

Hm, heute morgen im Radio wurde ein Rechtanwalt dazu befragt. Der meinte, hier von einem Plagiat zu sprechen, trifft zwar die Sache deswegen nicht, weil der Vorwurf rechtlich im Fall einer Dissertation in diesem Bereich irrelevant ist (wohl aber ist der Vorwurf des Betrugs relevant). Er meinte aber auch weiterhin, bei vergleichbaren Fällen wurde von Seiten der Universitäten hart durchgegriffen (auch schon in weniger offensichtlichen Fällen) und auf die Frage der Moderatorin, ob er glaube, dass Guttenberg der Doktortitel aberkannt werde antwortete er „Sagen wir mal so: Jemand, der nicht derartig in der Öffentlichkeit steht, käme zumindest nicht damit durch.“.

Ja das regt mich auch auf. Nur weil er Verteidigungsminister ist, soll er mit sowas durch kommen?
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Vorhin in der Tagesschau wurde ein aus meiner Sicht schwerwiegenderer Verdacht erwähnt: Angeblich hat er seimals den wissenschaftlichen Dienst des Bundestags bemüht, um Gutachten anfertigen zu lassen, die einzig und allein für seine Dissertation bestimmt waren. Das wäre dann de facto Amtsmissbrauch und eine bodenlose Unverfrorenheit.
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bildblog berichtet vom nebenschauplatz:

[..] Hilfe naht in Gestalt von Franz Josef Wagner, der einen „Sumpf der Eifersucht“ wittert und von einer „Jagd auf Guttenberg“ spricht. Er schreibt dem „lieben Dr. Guttenberg“:
Die Plagiatsvorwürfe sollen Sie zu einem Taugenichts reduzieren, einem Abschreiber, einem Betrüger. (…)

Ich habe keine Ahnung von Doktorarbeiten. Ich flog durchs Abitur und habe nie eine Universität von innen gesehen. Also, ich kann von außen sagen: Macht keinen guten Mann kaputt. Scheiß auf den Doktor.

Das ist bemerkenswert, denn vor ziemlich genau anderthalb Jahren hatte Wagner noch recht exakte Ansichten zu Doktortiteln. Damals wurde gegen rund 100 Professoren wegen des Verdachts ermittelt, Doktortitel gegen Geldzahlungen vergeben zu haben, und Wagner erklärte den „Uni-Luschen“:
Sich einen falschen Busen oder falsche Haare auf die Glatze einpflanzen zu lassen, ist nicht unmoralisch. Sich ein falsches Gehirn einpflanzen zu lassen, muss per Gesetz bestraft werden. [..]

Wann genau Wagner seine Ansichten geändert hat, ist auch diesmal nicht bekannt.

Dr. Wagner and Mr. Guttenberg

(der sprachgebrauch in diesen wurschtblättern macht mich immer wieder völlig fertig. „Uni-Luschen“ brain .. und „Ich flog durchs Abitur“ ist auch der falsche tempus, merken die sowas nicht?)


und hier ist noch ein post zum thema scheineliten im hochschulbetrieb – hab nur kurz quer gescannt, aber schaut interessant aus.
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Irrelevanter Beitrag (anzeigen):

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*gähn*
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