»Designer verdienen so wenig wie nie zuvor«

 


Flix
Veteran

15.01.10
12:04 Uhr

»Grafikdesigner verdienen so wenig wie nie zuvor!«

()

Eine Gegenrede von Johannes Erler, Factor Design, Hamburg

werber
Stand zwar schon woanders, ist da aber meiner Meinung etwas untergegangen.

Find ich richtig, hab allerdings nicht dieselbe Sichtweise drauf, weil ich in der Schweiz arbeite.
Ihr so?
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julie
Veteran

15.01.10
12:10 Uhr
Wie war es denn in der Schweiz vor einigen Jahren?

Ich hab schon das Gefühl, dass sich die Konditionen die letzten 10 Jahre extrem verschlechtert haben (Geld, Wertschätzung der Arbeit, Praktika).

Ich habe in meinem Umfeld nur wenige Designer, die „normal“ verdienen (für ihr Alter, Qualifikation, Einsatz) und sehr wenige, die gut verdienen. Und einen Haufen, die zumindest anfangs echt scheiße verdient haben.

Muss mich allerdings dem einen Kommentar unter Erlers Post anschließen: Es geht ja nicht nur den Designern so. Ich kenne viele andere (in der „Medienbranche“), die sind kein Stück besser dran. Außer dass die Arbeitszeiten evtl. nicht so abartig sind wie bei vielen Designern.

Ich kenne einige Leute, die „was bodenständiges“ gelernt haben (Bürokauffrau, Verwaltung), die vernünftig verdienen (werden zT nach Tarifen aus Chemie-Industrie etc bezahlt) und sich nicht gerade den Arsch aufreissen, das kann schon frustrierend sein.

Ich denke, heute ist es vor allem (und nicht nur bei Designern) ganz anders als in unserer Elterngeneration. Dass man nach dem Studium noch ein Praktikum machen soll und keinen festen, gut bezahlten Job kriegt, ist für die ja zT unbegreiflich.
Oder dass man evtl. nie, nie, nie ein eigenes Haus bauen wird, weil man sonst gar nichts mehr vom Leben hat.

- - -

Edit: Übrigens denke ich, man kann an diesen Bedingungen wenig ändern.
Und ich verstehe durchaus auch (kleine) Kunden, die keine Lust haben, immense Summen für irgendwelche Designleistungen auszugeben.
Denn was wir immer noch nicht können oder nur selten: Aufzeigen, was es bringt. In Zahlen, möglichst.

Designern fehlt oft die Fähigkeit, vernünftig zu argumentieren und sich echt reinzudenken in die Leute und was diese brauchen.
Zu viel Design für Designer.

(Ich verstehe auch, da ich Einblick in Kalkulation etc. habe, wie manche Preise zusammenkommen und wieviel man verlangen MUSS, wenn man eine Agentur ist, weil man sehr hohe Kosten hat, klar.)
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seb
Dauergast

15.01.10
12:26 Uhr
die, für berufseinsteiger genannten 2.200 euro würde ich nach meinen jetzigen 3 jahren berufserfahrung gerne mal verdienen...
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julie
Veteran

15.01.10
12:32 Uhr
Ich glaube, als (studierter) Designer bewegt man sich als Einsteiger durchaus in dem Rahmen (wenn man dann mal einen richtigen Job und kein Praktikum angeboten bekommt), gibt allerdings auch (auch renommierte) Agenturen, die bei 1.800 anfangen.
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Spek
Veteran

15.01.10
12:36 Uhr
Wenn ich mir meine Erfahrungen da so anschaue, kann ich Herrn Erler nicht zustimmen. Nun gut, wenn das bundesweit im Schnitt tatsächlich so ist – ich habe gegensätzliche Erafhrungen gemacht.

Freelancer, die es einfach drauf haben, kosten eine Agentur oft unverschämt viel, sind ihr Geld aber auch in der Regel wert und beißen sich durch jeden Projektpanzer, um danach manchmal 3 Wochen Latte Macchiato in der Südstadt zu schlürfen. Gutes Leben, wie ich finde.

Bei Angestellten kommt es einfach auf's Können an. Wer nach 3 Wochen zum hundertsten Mal ankommt und mich fragt wo denn noch mal die Funktion ist, mit der man Dateien in einen Stapel laden kann, der kann seine Lohnsteuerkarte abholen und verdient zurecht deutlich weniger als eine Spitzenkraft. Wer gut ist als Angestellter, verdient meines Wissens nach auch gut.
Ich kenn da nur wenige Ausnahmen...

Wir suchen gerade selbst einen Screendesigner. Wenn ich mir einige Bewerbungen angucke, weiß ich nicht, ob ich Lachen oder Weinen soll. Arial 12pt mit selbstgeschossenem Handyfoto, ohne Portfolio – da wundert mich eigentlich nix mehr... )
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julie
Veteran

15.01.10
12:41 Uhr
Irrelevanter Beitrag (anzeigen):

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keek
Veteran

15.01.10
12:46 Uhr
seb schrieb am 15.01.10, 12:26 Uhr:

die, für berufseinsteiger genannten 2.200 euro würde ich nach meinen jetzigen 3 jahren berufserfahrung gerne mal verdienen...

es kommt ja auch immer auf die region an in der man arbeitet; 2.200 brutto nach drei jahren ist wirklich mau.
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stussy
Veteran

15.01.10
12:56 Uhr
ja, ich würde auch sagen bei einigermaßen verantwortungsvollen agenturen liegt das einstiegsgehalt tatsächlich in diesem bereich. war bei mir auch so. allerdings hat sich das in den 4 folgejahren auch kontinuierlich weiterentwickelt.
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seb
Dauergast

15.01.10
12:57 Uhr
Spoiler (anzeigen):

ehem...ich verdiene 1500 brutto (das darf man eigentlich gar nicht sagen) und versprechen, dass es bald ne gehalterhöhung gibt höre ich schon seit ich hier angefangen habe...
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julie
Veteran

15.01.10
13:00 Uhr
Hab ich leider auch schon bei jmd, der studiert hatte, mitbekommen und das ist echt ne Schande.
(Ich finde das auch in anderen Berufen krass, als Goldschmied, Friseur, Tierarzthelfer verdient man ja auch so scheiße und ich finde das echt traurig.)
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Marc
Veteran

15.01.10
13:03 Uhr
seb schrieb am 15.01.10, 12:57 Uhr:

Spoiler (anzeigen):

ehem...ich verdiene 1500 brutto (das darf man eigentlich gar nicht sagen) und versprechen, dass es bald ne gehalterhöhung gibt höre ich schon seit ich hier angefangen habe...

hast du denn da auch mal aktiv nachgehakt? planlos
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osbow
Veteran

15.01.10
13:05 Uhr
julie schrieb am 15.01.10, 13:00 Uhr:

Hab ich leider auch schon bei jmd, der studiert hatte, mitbekommen und das ist echt ne Schande.
(Ich finde das auch in anderen Berufen krass, als Goldschmied, Friseur, Tierarzthelfer verdient man ja auch so scheiße und ich finde das echt traurig.)

Wie im Artikel beschrieben wird der Beruf des Designers auch von vielen nicht ernst genommen. Ob es Agentur A oder B macht, wird in viele Fällen nicht nach Kompetenz entschieden, sondern nach Angebot. Früher war das zwar auch so, aber heute liegt der Fokus einfach mehr auf dem Angebot.
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seb
Dauergast

15.01.10
13:06 Uhr
Marc schrieb am 15.01.10, 13:03 Uhr:

seb schrieb am 15.01.10, 12:57 Uhr:

Spoiler (anzeigen):

ehem...ich verdiene 1500 brutto (das darf man eigentlich gar nicht sagen) und versprechen, dass es bald ne gehalterhöhung gibt höre ich schon seit ich hier angefangen habe...

hast du denn da auch mal aktiv nachgehakt? planlos

aye, hier hat bisher niemand eine gehaltserhöhung bekommen. spitzenverdiener ist die printgrafikerin mit 2000 euro brutto
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Tob
Gast

15.01.10
13:07 Uhr
Mal weiter gedacht:
Gutes Design hat an Relevanz verloren, der Fokus liegt gegenwärtig auf zeitgemäßem.
Der deutsche Durchschnittsbürger ist viel trendorientierter geworden. Und Trends werden immer schnelllebiger. Gutes und trendbewusstes Design schließen sich zwar nicht aus, aber die Qualität verliert an Rang. Nur wenige Kunden sehen die Unterschiede, wodurch es mittlerweile vielen einigermaßen computeraffinen Menschen auch ohne fachliche Ausbildung ermöglicht wird zufriedenstellende Webseiten, Logos, etc. zu erstellen. Ein Auquaeffekt hier, eine Reflexion da und noch einen feinen Schlagschatten rein – fertig ist die Brand.

Das Angebot wird größer, die Preise kleiner. Und das spürt der Designer natürlich. So traurig das klingt, man kann gar nichts dagegen machen, außer sich damit abzufinden und versuchen sich anzupassen.
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stussy
Veteran

15.01.10
13:08 Uhr
seb schrieb am 15.01.10, 12:57 Uhr:

Spoiler (anzeigen):

ehem...ich verdiene 1500 brutto (das darf man eigentlich gar nicht sagen) und versprechen, dass es bald ne gehalterhöhung gibt höre ich schon seit ich hier angefangen habe...

ehrlich gesagt, würde ich mich bei so einer bezahlung nach drei jahren DRINGLICHST nach einem anderen job umschauen. eigentlich schon nach einem halben jahr. zumal du jetzt ja auch berufserfahrung als verkaufsargument anführen kannst.
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julie
Veteran

15.01.10
13:09 Uhr
Man kann das ja evtl. auch die Agentur nicht immer ganz losgelöst vom preislichen Angebot sehen.

Klar hätten die meisten gerne Startagentur XY, die den Designjob macht – aber (und gerade solange sich der „Nutzen“ von Design, in Zahlen ausgedrückt, nicht irgendwie belegen lässt) es ist immer eine Investition in etwas, was einem „irgendwie was bringen wird“, aber was genau, kann man nicht sagen.
(Und natürlich wird an Werbeausgaben eh auch immer zuerst gespart, ob das sinnvoll ist, sei mal dahingestellt.)
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seb
Dauergast

15.01.10
13:12 Uhr
stussy schrieb am 15.01.10, 13:08 Uhr:

seb schrieb am 15.01.10, 12:57 Uhr:

Spoiler (anzeigen):

ehem...ich verdiene 1500 brutto (das darf man eigentlich gar nicht sagen) und versprechen, dass es bald ne gehalterhöhung gibt höre ich schon seit ich hier angefangen habe...

ehrlich gesagt, würde ich mich bei so einer bezahlung nach drei jahren DRINGLICHST nach einem anderen job umschauen. eigentlich schon nach einem halben jahr. zumal du jetzt ja auch berufserfahrung als verkaufsargument anführen kannst.

ich arbeite daran ;)

zum eigentlichen thema: es ist auf jeden fall so, dass designer meist vom kunden überhaupt nicht ernst genommen werden. dann heißt es „mach mal schnell n flyer“ oder der kunde erwartet, dass man springt wenn er nur „piep“ sagt. diese mentalität schlägt sich dann natürlich auch in der bezahlung nieder. der kunde versteht ja meistens nicht, welche arbeit hinter seinem produkt steckt, da kann man ihm den designprozess noch so gut erklären...
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mars
Überläufer

15.01.10
13:14 Uhr
Spek schrieb am 15.01.10, 12:36 Uhr:

Bei Angestellten kommt es einfach auf's Können an. Wer nach 3 Wochen zum hundertsten Mal ankommt und mich fragt wo denn noch mal die Funktion ist, mit der man Dateien in einen Stapel laden kann, der kann seine Lohnsteuerkarte abholen und verdient zurecht deutlich weniger als eine Spitzenkraft. Wer gut ist als Angestellter, verdient meines Wissens nach auch gut.
Ich kenn da nur wenige Ausnahmen...

Ich finde, man kann das so nicht sagen. Das Gehalt, dass man als Angestellter bekommt hat definitiv etwas mit Verhandlungsgeschick bei der Vertragsfestlegung zu tun und das ist nicht mit dem Können des Grafikers verknüpft. Kein Chef den ich jemals hatte oder kennengelernt habe sagt: „Hey, du arbeitest gut, also geb ich dir mehr Geld.“. Da sehe ich wirklich keinen direkten Zusammenhang; zumal ich persönlich genug Grafiker kenne, die ich für gut und dennoch unterbezahlt halte.

Als ich angefangen habe zu arbeiten hieß es immer, dass man froh sein könne nach der Ausbildung überhaupt in der Branche unterzukommen. Da ist man, oder ich zumindest, im Bewerbungsgespräch doch eher vorsichtig, was die Gehaltsvorderung angeht. Und später nach einer Erhöung zu fragen ist meist auch immer eine Überwindung. Denke da geht es vielen Anderen ähnlich. So steigt das Gehalt nur beim Firmenwechsel, aber wie gesagt. Wer da einfach kein gutes Verhandlungsgeschick hat, kommt auch nur langsam weiter.
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Toby
Veteran

15.01.10
13:22 Uhr
man muss sich heut zu tage doch einfach nur gut verkaufen können, und das können einfach viele menschen nicht. wie mars schon sagte kommt es nicht unbedingt auf das grafische können darauf an.

das führt eben dazu das sich viele unter wert verkaufen, und die spirale dreht sich.
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stussy
Veteran

15.01.10
13:26 Uhr
mars schrieb am 15.01.10, 13:14 Uhr:

Spek schrieb am 15.01.10, 12:36 Uhr:

Bei Angestellten kommt es einfach auf's Können an. Wer nach 3 Wochen zum hundertsten Mal ankommt und mich fragt wo denn noch mal die Funktion ist, mit der man Dateien in einen Stapel laden kann, der kann seine Lohnsteuerkarte abholen und verdient zurecht deutlich weniger als eine Spitzenkraft. Wer gut ist als Angestellter, verdient meines Wissens nach auch gut.
Ich kenn da nur wenige Ausnahmen...

Kein Chef den ich jemals hatte oder kennengelernt habe sagt: „Hey, du arbeitest gut, also geb ich dir mehr Geld.“. Da sehe ich wirklich keinen direkten Zusammenhang; zumal ich persönlich genug Grafiker kenne, die ich für gut und dennoch unterbezahlt halte.

...
doch, bei mir war das so. ich hab fast immer mehr bekommen als ich gefordert habe. weil ich ansonsten in diesen dingen an und für sich auch relativ zurückhaltend und unsicher bin. aber in einem vernünftigen arbeitsumfeld ist das schon so, dass darüber gesprochen wird, was gut und was schlecht war und aufgrund dessen lassen sich auch forderungen besser formulieren. es hilft glaube ich schon auch, wenn die agentur dich halten will und das gefühl hat, das du auch andere optionen hättest. Bei uns war es damals so, dass es einmal pro jahr ein personalgespräch mit vorgesetztem und oberboss(in) gab, in dem das dann auch zur sprache kam.

in meinem neuen job muss ich mich wohl selbst darum kümmern, wenn ich will, dass zu dem thema ein gespräch stattfindet und das schiebe ich noch ein bisschen vor mir her, obwohl ich eigentlich ganz gute argumente an der hand hätte. aber das was ich fordern würde, ist irgendwie auch ein bisschen obszön, wenn ich mir die preise auf dem freien markt bei euch so ansehe.
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Spek
Veteran

15.01.10
13:29 Uhr
Okay mars, wer gut verhandelt, bekommt oft mehr – das ist aber eigentlich in jedem Lebensbereich so, oder?
Spoiler (anzeigen):

mars schrieb am 15.01.10, 13:14 Uhr:

Da sehe ich wirklich keinen direkten Zusammenhang; zumal ich persönlich genug Grafiker kenne, die ich für gut und dennoch unterbezahlt halte.
Sollen sich melden, wenn sie obendrein ordentliche Flasher sind... )
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Ben
Veteran

15.01.10
13:31 Uhr
Kein Chef den ich jemals hatte oder kennengelernt habe sagt: „Hey, du arbeitest gut, also geb ich dir mehr Geld.“
Das mag aber auch an den Cheffen liegen, die du bisher kennengelernt hast. Mein Chef z.B. macht das genau so – und ich bin damit auch sehr zufrieden.

man muss sich heut zu tage doch einfach nur gut verkaufen können
Ja, stimmt – und das funktioniert auch genau so lange, bis man dann vor dem Rechner sitzt und nicht die Leistung bringt, die erwartet wird, nachdem man vorher das Blaue vom Himmel versprochen hat. Unterm Strich also dann doch ein eher kurzzeitiges Vergnügen/Vorteil ;)
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osbow
Veteran

15.01.10
13:32 Uhr
Toby schrieb am 15.01.10, 13:22 Uhr:

man muss sich heut zu tage doch einfach nur gut verkaufen können, und das können einfach viele menschen nicht. wie mars schon sagte kommt es nicht unbedingt auf das grafische können darauf an.

das führt eben dazu das sich viele unter wert verkaufen, und die spirale dreht sich.

Es ist aber auch die Pflicht jedes Arbeitgebers die Leute zu motivieren. Wenn Arbeitnehmer nach und nach die Firma verlassen hat er seinen Job nicht gemacht. Ich kenne auch Agenturen, da werden die Arbeitnehmer eher mittelmäßig bezahlt, fahren aber öfter zusammen weg, oder haben andere Freiheiten die es in anderen Agenturen nicht gibt. Und die Leute sind gerne da beschäftigt.
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stussy
Veteran

15.01.10
13:32 Uhr
und um kurz auf ein anderes argument einzugehen, nämlich das dass kunden design in zahlen nicht nachvollziehen können. ich finde dabei sind aufgeschlüsselte kostenvoranschläge immer sehr hilfreich, weil dabei nich einfach eine große summe am ende steht, sondern in einzelnen positionen erkennbar ist, dass zum beispiel die reinzeichnung soundso viele stunden in anspruch nimmt und der entwurfsprozess soundsoviele. dann wird einem häufig schon klarer, wo im einzelnen das geld bleibt und dass seriöses geld für seriöse arbeit verlangt wird.
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osbow
Veteran

15.01.10
13:35 Uhr
Klar, dass muss immer so sein. Aber meine Erfahrung hat mir aber gezeigt dass sich Kunden so etwas nur bedingt anschauen. Vieles ist für den Kunden auch einfach zu abstrakt.
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osbow
Veteran

15.01.10
13:35 Uhr
Ben schrieb am 15.01.10, 13:31 Uhr:

Kein Chef den ich jemals hatte oder kennengelernt habe sagt: „Hey, du arbeitest gut, also geb ich dir mehr Geld.“
Das mag aber auch an den Cheffen liegen, die du bisher kennengelernt hast. Mein Chef z.B. macht das genau so – und ich bin damit auch sehr zufrieden.

man muss sich heut zu tage doch einfach nur gut verkaufen können
Ja, stimmt – und das funktioniert auch genau so lange, bis man dann vor dem Rechner sitzt und nicht die Leistung bringt, die erwartet wird, nachdem man vorher das Blaue vom Himmel versprochen hat. Unterm Strich also dann doch ein eher kurzzeitiges Vergnügen/Vorteil ;)



Ben schrieb am 15.01.10, 13:31 Uhr:

Kein Chef den ich jemals hatte oder kennengelernt habe sagt: „Hey, du arbeitest gut, also geb ich dir mehr Geld.“
Das mag aber auch an den Cheffen liegen, die du bisher kennengelernt hast. Mein Chef z.B. macht das genau so – und ich bin damit auch sehr zufrieden.

man muss sich heut zu tage doch einfach nur gut verkaufen können
Ja, stimmt – und das funktioniert auch genau so lange, bis man dann vor dem Rechner sitzt und nicht die Leistung bringt, die erwartet wird, nachdem man vorher das Blaue vom Himmel versprochen hat. Unterm Strich also dann doch ein eher kurzzeitiges Vergnügen/Vorteil ;)



Ben schrieb am 15.01.10, 13:31 Uhr:

Kein Chef den ich jemals hatte oder kennengelernt habe sagt: „Hey, du arbeitest gut, also geb ich dir mehr Geld.“
Das mag aber auch an den Cheffen liegen, die du bisher kennengelernt hast. Mein Chef z.B. macht das genau so – und ich bin damit auch sehr zufrieden.

man muss sich heut zu tage doch einfach nur gut verkaufen können
Ja, stimmt – und das funktioniert auch genau so lange, bis man dann vor dem Rechner sitzt und nicht die Leistung bringt, die erwartet wird, nachdem man vorher das Blaue vom Himmel versprochen hat. Unterm Strich also dann doch ein eher kurzzeitiges Vergnügen/Vorteil ;)
Mit verkaufen meint man ja nicht das blaue vom Himmel zu lügen, sondern zeigen das man Lust hat, Motiviert ist und auch gerne Opfer bringt.
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stussy
Veteran

15.01.10
13:40 Uhr
yep, im prinzip der mut, die zaheln aufzurufen, die man wert ist.
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Ben
Veteran

15.01.10
13:50 Uhr
Mit verkaufen meint man ja nicht das blaue vom Himmel zu lügen, sondern zeigen das man Lust hat, Motiviert ist und auch gerne Opfer bringt.

In Zusammenhang mit dem
wie mars schon sagte kommt es nicht unbedingt auf das grafische können darauf an.
klang das aber irgendwie schon ein wenig so, findest du nicht auch?

Das ist eben die Frage, was „man“ mit „sich verkaufen“ meint. Wenn ich mit der Einstellung an die Sache geh, dass es eigentlich egal ist, was ich effektiv kann und mich nur möglichst gut präsentieren will… dann ist das für mich schon sehr nahe an „das Blaue vom Himmel versprechen“ dran. Und das geht erfahrungsgemäß – potentielle Praktikanten machen das auch sehr gern – schon sehr, sehr schnell daneben.
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Toby
Veteran

15.01.10
13:52 Uhr
naja ich meine schon eher das man sich nicht besser macht als man ist, aber wer übertreibt heut zu tage auch nicht ein wenig.

ich kenne ehemalige Kollegen die sich nicht getraut haben sich wo zu bewerben, weil dort gute Office Kenntnisse vorausgesetzt werden. so was kann ich dann nicht verstehen.

das man jetzt das blaue vom Himmel verspricht geht natürlich sehr schnell nach hinten los, das ist schon klar.
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Massimo
Dauergast

15.01.10
15:45 Uhr
Ich glaub es spielen mehrere Faktoren eine Rolle:

1. Die Arbeit des Designers wird nicht mehr wertgeschätzt. Außerhalb der Agentur wird man als Designer doch eher belächelt, als ernst genommen zu werden, es sei den man heißt Lagerfeld. Das war schon immer so und das wird auch immer so bleiben.
Das liegt daran, daß Menschen, die eben keine Designer sind nicht verstehen wie schwierig Ideenfindung und UMsetzung sein kann. Die denken doch , ach der malt halt beim Fernsehen ein paar Entwürfe und gut ist. (zwar plumb ausgedrückt aber so ist es nun mal)

2. Überschwemmung des Marktes mit „Designern“. Seit der Beruf des Grafikers zu eine Ausbildung heruntergestuft worden ist (Mediengestalter, auch wenn es sicherlich viele sehr gute Leute gibt mit der Ausbildung, die zum Teil besser als studierte Designer sind....) kann jeder Honk Gestalter werden, ohne große Fähigkeiten zu haben und das reicht den Agenturen meistens auch, denn als Layouter muß man nicht mehr kreativ sein, sondern nur Elemente eines Brandings zusammensetzen. Das kann jeder der ein bißchen mit Indesign+Photoshop umgehen kann. Quantität ist gefragt, nicht mehr Qualität.

Dadurch sinken auch die Löhne, weil es genug Leute gibt die dann für 1,800 Euro arbeiten...und die Agenturen reiben sich die Hände.

3. Design wird immer mehr automatisiert. Wenn man sich so Seiten wie Templatemonster oder wie sie alle heißen ansieht.....man kann doch heutzutage Logo und webseite online selber zusammenbauen, ohne daß sie wirklich scheiße aussieht. Und diese tolls werden immer mächtiger, bzw. beliebter und da die meisten Leute/Kunden von Design so mal überhaupt keine Ahnung haben, wählen sie die preisgünstigere Variante.
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