ETF Sparplan als zusätzliche Rentenvorsorge

Arbeitsgruppe Finanzen
 
Liebe Gemeinde,

vor ein paar Tagen habe ich zum ersten mal von ETFs gehört und informiere mich seitdem darüber.

Da ich mich allerdings mit dem Finanzwesen nicht auskenne bleiben ein paar Fragen offen, die offenbar so grundlegend sind, dass es nicht einfach ist, Antworten auf sie zu finden.

Vor allem treibt mich die Frage nach der Wahrscheinlichkeit um, das eingezahlte Kapital zu verlieren. Ich könnte damit leben, wenn die Rendite weg wäre. Aber die Möglichkeit mit weniger raus zu gehen, als man rein gegangen ist, ist schon ein wenig beängstigend.

Mir ist natürlich klar, dass es sich um Aktien handelt und das nunmal Risiko bedeutet. Aber vielleicht lässt sich das ja ein wenig relativieren. Verstanden habe ich auch, dass die Weltwirtschaft trotz Krisen im Mittel immer gewachsen ist und man so theoretisch nicht mit einem Minus raus gehen sollte.

Eine zweite Frage ist, ob man seine Anteile in einem Börsenhoch auf jeden Fall verkauft bekommt. Der gesunde Menschenverstand sagt mir eher, dass Anleger dann kaufen wenn es ein Tief gibt, nicht im Hoch.

Auf kurz oder lang werde ich mir dazu vielleicht professionelle Beratung holen, aber vielleicht bekomme ich diese zwei Fragen hier schonmal beantwortet.
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Schon mal bei Amazon geguckt? Vielleicht wirst du dort fuendig.

 
Ich lese mal mit …
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Es gibt ein Heft »Anlegen mit ETF« von Finanztest für 20 Euro, das ich empfehlen kann. Darin gibt es auch ein »Pantoffel-Portfolio« für jeden, der sich nicht genauer mit dem Thema beschäftigen will.

Zu den Fragen: die Anlage sollte sehr langfristig sein und weit gestreut. Empfohlen wird als Basis ein Fond, der den weltweiten Index MSCI World abdeckt. Damit ist man weniger abhängig von Krisen in Ländern, Regionen oder Branchen.

Theoretisch kann man alles verlieren - wenn die komplette Weltwirtschaft zu Grunde geht. Also eher unwahrscheinlich. Man sollte nur nie dringend an das Geld ran müssen, denn wenns grade eine Flaute gibt verkauft man ggf. mit Verlust.

Zur zweiten Frage: verkaufen geht immer - wenn die komplette Weltwirtschaft nicht grade Bankrott macht, siehe oben. Man muss ja nicht selbst einen Käufer finden, das läuft über der Fondsanbieter.
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Pantoffel-Portfolio Intro oder alles zusammen für 4 Euro: https://www.test.de/ETF-Einmalanlage-Spa...5179990-0/
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Zu deinen Fragen:

1. Nehmen wir an du nimmst einen ETF, der den DAX abbildet. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass die TOP 30 Unternehmen in Deutschland von heute auf morgen nichts mehr Wert sind? Zudem: „Wenn der Himmel runterfällt, sind alle Spatzen tot.“ Dann wären also auch deine anderen Investments sehr wahrscheinlich ebenfalls nichts mehr wert.

2. Gehandelt wird quasi immer. Ob gerade ein Hoch oder ein Tief ist, weiß man ja immer erst im Nachhinein. Spekulanten gibt es genug und ein Großteil der Transaktionen findet ohne menschliches Zutun statt.


Generell:

Mit ETFs kannst du langfristig im Grunde nichts falsch machen. Achte darauf, dass er tatsächlich einen Index abbildet, du also keinen „Marketing“-ETF nimmst und dass die Gebühren möglichst niedrig sind. Dort geht das meiste Geld verloren.

Als langristige Anlage um die man sich quasi nicht kümmern muss, gibt es derzeit meiner Meinung nach nichts besseres. Du musst nur die Täler durchhalten (können) und das gebundene Geld nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt X benötigen.

Also: kaufen (ggf. per Sparplan zukaufen), 20-30 Jahre liegen lassen, freuen.

Natürlich gilt: „Nicht alle Eier in einen Korb“. Du solltest also nicht alles auf ETFs setzen, sondern ggf. noch mit Einzelaktien, alternativer Altersvorsorge (private/gesetzliche Rente, betriebl. Altersvorsorge, flüssige Mittel von mind. 6 Monaten) und je nach Budget mit Immobilien oder gar Oldtimern mischen. Ganz Mutige nehmen noch Krypto mit auf.

Weiterbildung zu ETFs: https://www.youtube.com/channel/UCCabS4-...dVw/videos
Nicht von der Optik und Tonqualität täuschen lassen. Hier stecken viele gute Informationen drin.

PS
Lass dich dazu bloß nicht von einem Bänker beraten. Bei ETFs gibt es nicht zu beraten. Setz dich 2-3 Abende hin und les dich ein. Das spart dir viel Lehrgeld.
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Editiert: 06.11.18, 18:06 Uhr
Vielen Dank schonmal für die Infos! Das beruhigt auf jeden Fall.


Funbug, könntest du kurz erklären, was du mit „Marketing“-ETF meinst? Es gibt ja welche, die eine Zeit lang kostenlos geführt werden. Meinst du die?


Wieviele ETFs würdet ihr besparen? Wäre ein Trio z.B. aus MSCI World + MSCI Emerging Markets + S&P500 ratsam, oder bremsen bei der Menge bereits Transaktionskosten den Erfolg und man ist mit einem normalen MSCI World bereits gut beraten?
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Schau dir zu den Marketing-ETFs das Video an, Punkt 1:
https://www.youtube.com/watch?v=ehG55yzKnxw

Mit einem MSCI World hast du automatisch eine sehr breite Streuung. Im Grunde reicht also schon einer. Ob du weiter streust, hängt letztendlich auch von deinem Budget ab. „Hin und her macht Tasche leer“ ... ich weiß, dass ich hier mit Phrase um mich schmeiße, aber zum einen kann man sich die gut merken und zum anderen funktionieren sie einfach schon seit Jahrzehnten.

Bis zu einem gewissen Alter würde ich immer 30-40% meines Einkommens in ETFs bzw. Aktien anlegen.
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Editiert: 07.11.18, 08:52 Uhr
So viel? Puh... Siehst du ETF dann auch ein Stück weit als Vermögensaufbau oder glaubst du, dass so viel für die Rente nötig ist, weil du z.B. gar nicht mehr an die gesetzliche Altersvorsorge glaubst?

Mit Marketing meinst du also einfach einen ETF, der weit verbreitet ist und nicht nur auf eine Branche setzt. Hätte ich jetzt auch nicht gemacht, aber danke für den Tipp. Das Video ist auch echt gut.
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Frl_Sonntag schrieb am 06.11.18, 15:48 Uhr:

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Ich hab mich relativ viel informiert, und eine wichtige Regel war immer: „Niemals Einzelaktien kaufen“ - da ist das Risiko letztendlich viel zu hoch, deshalb baut man ja ein breit diversifiziertes Portfolio auf.
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Ich sag ja auch: mischen.
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Letztlich hängt auch alles von deiner persönlichen Situation ab. Ich bin von Anfang an selbstständig und habe keinen Anspruch auf gesetzliche Rente. Ich musste also schon immer auf Alternativen setzen, worüber ich aber sehr froh bin. Die gesetzliche Rente alleine wird in 30-40 Jahren niemandem mehr ausreichen. Stichwort „Versorgungslücke“.

Mit Marketing-ETFs meine ich solche, die keinen Index abbilden, sondern sowas wie „Die Top 30 Emerging-Markets-Unternehmen, die mit Wasser zu tun haben“.

Einzelaktien:

Wer sich ein wenig intensiver damit auseinandersetzt und in den letzten 3-4 Jahren in Google, Facebook, Amazon und Apple investiert hat, der hat seinen Einsatz mit überschaubarem Risiko mehr als verdoppelt. Klar empfielt das keiner mit gutem Gewissen. Aber wer Geld übrig hat und sich in einem Bereich relativ gut auskennt, der kann gerade mit Einzelaktien gute und leichte Gewinne einfahren. Daten sind das neue Öl. Das war schon vor einigen Jahren absehbar.

Und auch hier: Wie wahrscheinlich ist es, dass von heute auf morgen Google, Facebook, Amazon und Apple nichts mehr wert sind? Klar kann der Kurs mal schwanken. In den Medien hört man dann gerne Schlagzeilen wie „Apple nach schlechter Verkaufszahlen 3% gesunden“. Dass aber zum einen die Verkaufszahlen vielleicht einfach nur saisonell bedingt mal kurz leicht einknicken und die Kurse kurz zuvor über 20% gestiegen sind, sieht man seltener. Ist aber so.

Dividenden: Sind schön und gut, sollten meiner Meinung nach bei der Auswahl von Aktien aber eher eine untergeordnete Rolle spielen. Gute Dividenden bringen nichts, wenn der Kurs stagniert.
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Ob ich jetzt noch in Facebook investieren würde.. ich weiß nicht.

Aber generell hab ich auch den Eindruck, dass Einzelaktien Sinn machen könnten, wenn man etwas Geld über hat zum spekulieren. Ich denke da z.B. an KI. Allerdings ist die Vorstellung von heftigen Minusrenditen schon krass. Ist ja nicht so, als würde man nur das angelegte verlieren, oder?
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Ob ich heute wieder in Facebook investieren würde, weiß ich auch nicht. Eher nicht. Vor 3-4 Jahren war es aber auf jeden Fall eine sehr lohnende Investition. )

Klar kannst du alles verlieren. Solange du nicht mit irgendwelchen Hebel-Zertifikaten hantierst, aber mehr auch nicht. Und das Risiko alles zu verlieren halte ich bei einer umsichtigen Auswahl für sehr überschaubar.

Die Historie zeigt: je langfristiger dein Anlagehorizont, desto höher die Wahrscheinlichkeit und Höhe des Gewinns. Letztlich kannst du mit einem Stop-Loss deinen Verlust auch automatisch absichern. Du könntest also festlegen, dass die Aktie automatisch verkauft werden soll, wenn sie X% oder Betrag X weniger Wert wird. Aber da machen wir dann ein neues Fass auf.

Ich investiere z.B. seit zwei Jahren in börsennotierte Unternehmen in Kanada, die Hanf für Medikamente herstellen. Das ist hochspekulativ und die Kurse sind stark volatil. Da geht's mal 20% an einem Tag (!) nach oben oder nach unten. Das muss man aushalten können oder es eben einfach bleiben lassen. Eine davon war mal 450% im Plus. Jetzt „nur“ noch 200%. Da kann man sich jetzt darüber ärgern, dass man zum Höchstwert nicht verkauft hat oder sich über die 200% Plus freuen, die man heute hätte und darauf spekulieren, dass es langfristig weiter steigt.

Aber wir schweifen vom Thema ETFs ab. Wie schon gesagt. Damit kann man im Grunde wirklich nicht viel falsch machen.
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Ok, mal kurz für absolute Beginner wie mich... Ich dachte, man kann bei herkömmlichen Aktiengeschäften auch über das ursprünglich angelegte Kapital hinaus Miese machen. Also mit 1000€ investieren und bei nem krassen Verfall der Aktie nachher mit -200€ da stehen. Oder ist das vom System her ausgeschlossen? pee
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Der Wert einer Aktie kann nicht unter Null sinken. Man kann also nur alles verlieren, aber keine Schulden machen.
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Okay, danke! honks
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... solange du die Finger von Hebel-Zertifikaten oder ähnlichem lässt. Damit kannst du nämlich auch schnell mal heftig ins Minus rauschen. Das ist nur was für Zocker mit Nerven aus Stahlseilen.
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So, ich wär nun soweit, einen ETF Sparplan mit einem MSCI World einzurichten. Er soll thesaurierend sein, physisch abbilden (oder samplen) und bei comdirect besparbar sein.

Sehe ich das richtig, dass mir da fast nur der iShares Core MSCI World UCITS ETF USD (Acc) bleibt? Schränke ich mich irgendwo unnötig ein?


*

Die anderen scheinen ein relativ kleines Handelsvolumen zu haben.
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Nö, das passt.
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Okay, danke.
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Erzähl hier in 30 Jahren wie's lief. Und immer schön entspannt die Tiefs aushalten. Die gehen vorbei.
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Hehe, okay. honks
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Editiert: 12.11.18, 09:22 Uhr
lol2


Ich schaue gerade, ob ich einen risikoreicheren ETF mit 25% dazu nehmen soll. Was haltet ihr z.B. von diesem hier?
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Die Auswahl eines für dich und deine persönliche Situation geeigneten ETF liegt nun ganz bei dir. )
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ok bigass
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