Nutzungsrecht, wenn nicht genau vereinbart?

Arbeitsgruppe Bürokratie
 
In einer Institution, für die ich arbeite, habe ich immer wieder mit Material (i.d.R. Bildmaterial) verschiedener Urheber zu tun.

Leider wurde dort früher einiges nicht so genau schriftlich geregelt. Nun hatten wir öfter den Fall, dass Material verwendet wurde, für das die Rechte – in meinen Augen – nicht eindeutig geklärt sind.

Es kam auch mehrfach vor, dass Designer in von Ihnen gelayouteten Medien eigene, für diesen Zweck erstellte, Bilder verwendet haben (beispielsweise für ein Plakat, Postkarten und Flyer), bei Verwendung der Bilder in anderen (nicht von ihnen gestalteten) Medien aber eine Vergütung nachverhandeln wollten.
Die Rechte wurden zuvor aber nie auf diese 3 genannten Medien eingeschränkt, offene Daten wurden übergeben und die eigenständige Veränderung der Medien gestattet.

Oder: jemand hat eine Webseite selbst gestaltet, dabei sein Bild verwendet, die Webseite soll umziehen (in eine andere integriert werden, was der ursprüngliche Gestalter nicht selbst machen kann), das Bild soll plötzlich Geld kosten.

Ich finde diese Praxis des „Nachverhandelns“ (wenn vorher nichts ausgemacht war und es evtl. sogar beim gleichen Medium bleibt!) irgendwie strange.

Wie ist das denn, wenn nix vereinbart war und beispielsweise eine CD mit Bildern übergeben wurde (zusätzlich zu Broschüren, Flyern etc., in denen diese Bilder vom Urheber auch selbst verwendet wurden) – kann man dann davon ausgehen, dass man die Bilder generell auch nutzen darf?

Oder hat hier der Urheber recht, solange nicht explizit eine uneingeschränkte Nutzung vertraglich vereinbart wurde und man müsste im Grunde bei jeder weiteren Nutzung nachfragen?

(Für jetzige Projekte habe ich das natürlich geregelt, aber es gibt leider noch einige „Altlasten“.)
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Schon mal bei Amazon geguckt? Vielleicht wirst du dort fuendig.

 
soweit ich weiss, gilt grundsätzlich: es gibt keinen unwissentlichen erwerb von nutzungsrechten. sprich alles, was nicht explizit geklärt ist, gilt als nicht erworben.

bin aber kein anwalt =).

was du beschreibst, hört sich auch ein bisschen kompliziert an, weils ja anscheinend immer um zwei verschiedene sachen geht: gestaltung und bilder – und mir ist jetzt auch nicht klar, wenn du schreibst „Broschüren, Flyern etc., in denen diese Bilder vom Urheber auch selbst verwendet wurden“, ob du den urheber der broschüre oder des bildes meinst? also ist das die gleiche person, oder hat der die bilder vieleicht selber nur für einmalige nutzung von jemand anderem gekauft?

wegen „man müsste im Grunde bei jeder weiteren Nutzung nachfragen“:das kann man sicher einfacher haben, indem man einmalig die uneingeschränkten rechte kauft. dass die gestalter grundsätzlich die rechte an bild und layout getrennt behandeln, kommt mir jetzt nicht soooo ungewöhnlich vor; fotos/illustrationen kann man ja oft für mehr als einen zweck nutzen, aber ein layout so gut wie nie.
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Bildrechte müssen immer explizit erteilt werden, nicht eingeschränkt.

*gefährliches Halbwissen*
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der gleiche urheber hat die bilder gemacht und damit was gestaltet, gibt von der gestaltung offene daten raus (zur weiteren verwendung und änderung), will aber nicht (das merkt er aber erst hinterher und klärt das nicht vorab vertraglich), dass die bilder für andere medien verwendet werden.

mir geht es vor allem darum, dass das bild meist nicht nur in einem medium verwendet wurde, sondern schon in 5, will man es im 6. dann verwenden, gibt es plötzlich probleme.

oder: die eigenmächtige nutzung der bilder durch die institution in diversen medien wird lange vom urheber einfach toleriert, bei einem bestimmten medium will man dann aber nachverhandeln.

oder: jemand gestaltet was (mit seinem bild), soll das gleiche medium aber neu angelegt werden (in dem fall webseite), will er plötzlich geld haben, obwohl die alte seite mit genau dem bild seit jahren online war.

oder: fotomensch gibz eine cd mit fotos raus (für dich bezahlt wurde), setzt aber keinen vertrag zur nutzung auf.
heißt das dann, man kann sie im grunde gar nicht nutzen, da nur die leistung „foto machen“ vergütet wurde? (so wäre es ja bei der strengen trennung von erstellung und nutzung – nur dass i.d.r. mit der erstellung zumindest irgendeine nutzung gleich festgelegt wird – hier aber nicht!?)



dummerweise wurde da meist vorher gar nichts geregelt und ich will mir nur einen überblick verschaffen, ob rechteverletzungen im juristischen sinne stattfinden und in welchem ausmaß.
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ich habe noch ein zweites teil-thema: model releases.
sind die aufgabe des auftraggebers oder des fotografen? wenn der fotograf bilder verkauft ohne diese einzuholen (zwischen auftraggeber und fotograf wurde diesbezüglich auch nichts geregelt), wer haftet dann, wenn das model sich beklagt?
kann der auftraggeber davon ausgehen, dass solche eingeholt wurden?
ist der auftraggeber der „schuldige“, da er ja die bilder überhaupt erst einsetzt?


fazit: die leute sollten sich mal ein wenig informieren, bevor sie irgendwelche auftrage für irgendwas an irgendwen erteilen, damit nicht hinterher einer den scherbenhaufen wieder zusammenflicken muss.. ;)
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julie schrieb am 25.11.10, 16:15 Uhr:

der gleiche urheber hat die bilder gemacht und damit was gestaltet, gibt von der gestaltung offene daten raus (zur weiteren verwendung und änderung), will aber nicht (das merkt er aber erst hinterher und klärt das nicht vorab vertraglich), dass die bilder für andere medien verwendet werden.

mir geht es vor allem darum, dass das bild meist nicht nur in einem medium verwendet wurde, sondern schon in 5, will man es im 6. dann verwenden, gibt es plötzlich probleme.

so lange der jenige die 5 gemacht ist das normal, dass er das nicht will, dass ein anderer das 6. mit seinem bild macht.
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klar, das kann ich auch aus seiner sicht völlig verstehen.. ;)
(wobei es meist nicht so ist, dass das ein anderer freier dann macht, sondern die weiteren sachen in house gemacht werden sollen.)

ich fragte mich nur, wie es da rechtlich aussieht.
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julie schrieb am 25.11.10, 17:42 Uhr:

klar, das kann ich auch aus seiner sicht völlig verstehen.. ;)
(wobei es meist nicht so ist, dass das ein anderer freier dann macht, sondern die weiteren sachen in house gemacht werden sollen.)

ich fragte mich nur, wie es da rechtlich aussieht.

wenn das in house gemacht werden soll müsst ihr das auch so vereinbaren. man kann ja sowas wie eine uneingeschränktes nutzungsrecht oder sogar die vollständige abgabe der rechte regeln, das kostet aber.
wenn nichts ausgemacht ist regelt das wohl das urheberrecht, welches zu gunsten des urhebers ausfallen wird.
wie sowas im fall eines streites geregelt wird weiss ich nicht. uns wurde das letztes semester ziemlich eingetrichtert und seitdem bin ich son bisschen fan vom urheberrecht. zumindest von den grundlegenden regeln.
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urheberrecht ist ja auch toll, ich finde die nutzungsrechtesache nur immer extrem nervig
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