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Grundeinkommen (Film)
ich bin wahrlich kein volkswirt, aber: wenn alle morgen 1000 euro mehr im monat haben, passen sich dann nicht die preise entsprechend an? sodass man am ende erst recht nicht zu rande kommt und wie vorher zur arbeit gezwungen ist? bräuchte es dann nicht auch strenge preisregulierungen, dass die nicht in die höhe schießen (weils der markt dann ja locker hergibt)? oder stell ich mir das jetzt zu einfach vor (wahrscheinlich
)?
Editiert: 23.12.08, 03:13 Uhr
Hm, ich halte fast alle hier formulierten Einwände für relevant, das macht das Thema so schwierig und die Frage, wer den Müll entfernt ist dabei sicher das geringste Problem (sagt das aber nicht auch einiges über Missstände in der Wahrnehmung der gegenwärtigen Gesellschaftstruktur aus?). Ich bin auch kein Experte auf dem Gebiet der BWLer, die Fragen hier treffen meine ich aber schon den Kern des Dilemmas: Staatstheoretisch bleibt es immer problematisch, wenn ein System solch eine Regulierungsmacht besitzen würde (es hat ja durchaus etwas positives, dass derzeit hier Staat und Markt trotz ohnehin gegebener Abhängigigkeit in krisenlosen Zeiten autark agieren). Die Frage der Preisgestaltung der Unternehmen stellt sich hingegen doch auch jetzt schon in nahezu identischer Weise, ich wüsste nicht wo der Unterschied zwischen einem Grundeinkommen und einem sich idealer- und üblicherweise anpassenden Einkommen liegt, ausser daß Erwerbslose vom Markt isoliert sind und in eine fatale Abhängigkeit zur staatlichen Hilfe geraten.
Ralf schrieb am 23.12.08, 02:58 Uhr:
... Erwerbslose vom Markt isoliert sind und in eine fatale Abhängigkeit zur staatlichen Hilfe geraten.
Damit meinst Du schon die jetzige Situation, oder?
trurl schrieb am 23.12.08, 00:21 Uhr:
ich bin wahrlich kein volkswirt, aber: wenn alle morgen 1000 euro mehr im monat haben, passen sich dann nicht die preise entsprechend an?
stopp - das ganze thema heisst nicht, dass grundsätzlich jeder 1000 euro mehr hat. es heisst aber, dass du mindestens 1000 euro hast im monat - nicht die normalen preise passen sich an, sondern die löhne werden sich anpassen.
es ist schon interessant, dass man eher den hacken sucht und nicht die vision sich vorstellen kann.
wenn jeder abgesichert wäre, dann kann man z. b. nochmal studieren was sonst kaum einer wagt, die menschen könnten sich kulturell auf jeden fall besser entwickeln.
man sollte nicht naiv an die sache ran gehen aber es gibt fachleute die der meinung sind, dass es möglich ist also sollte man es weiterspinnen.
wenn jeder abgesichert wäre, dann kann man z. b. nochmal studieren was sonst kaum einer wagt, die menschen könnten sich kulturell auf jeden fall besser entwickeln.
man sollte nicht naiv an die sache ran gehen aber es gibt fachleute die der meinung sind, dass es möglich ist also sollte man es weiterspinnen.
Fachleute hielten auch den Sozialismus hier für möglich. Leider scheiterte das Experiment nach 40 Jahren an der Tatsache, dass sich am Ende jeder selbst der Nächste ist, wenn es um Materielles geht. 
Nebenbei: Im Zuge dieser Diskussion und des Portraits über Helmut Schmidt gestern Nacht ist mir übrigens aufgefallen, dass ich zu wenig über China und wie das da grundsätzlich funktioniert weiss.
Nebenbei: Im Zuge dieser Diskussion und des Portraits über Helmut Schmidt gestern Nacht ist mir übrigens aufgefallen, dass ich zu wenig über China und wie das da grundsätzlich funktioniert weiss.
da hast du recht aber so wie es jetzt ist wird es nicht besser, es spitzt sich immer mehr zu und es werden immer weniger die das sagen haben, wie lange wird das noch so gehen können?
mauerfall konnte sich vor zwanzig jahren auch keiner vorstelllen.
mauerfall konnte sich vor zwanzig jahren auch keiner vorstelllen.
Heinrich schrieb am 23.12.08, 10:45 Uhr:
mauerfall konnte sich vor zwanzig jahren auch keiner vorstelllen.
Das meinte ich auch mit dem Fliegerbeispiel. Nicht alles, was sich Leute vermeintlich nicht vorstellen können ist zwangsläufig richtig. Davon abgesehen kann sich das hier jeder vorstellen denke ich.
ich bin jetzt wirklich nicht im thema drin, aber hier stand irgendwo „sich entfalten“ – ich glaube, es gibt auch viele jobs, in denen man sich nicht wirklich entfalten kann (beispiel müllabfuhr) und diejenigen, die diese früher gemacht haben, überlegen sich sicher zweimal, ob sie die strapezen eines solchen jobs nochmal auf sich nehmen, wenn sie auch ohne das überleben können.
wenn man nicht mehr unter dem druck ist, einen bestimmten job zu machen, macht man evtl. erstmal nix oder lässt sich lange zeit bei der suche nach etwas was wirklich spaß macht und erfüllt.
und bevor ich irgendso nen doofen job machen würde, würde ich lieber die 1000 öre nehmen und mich privat selbst verwirklichen, da mir geld relativ egal ist (solange die grundbedürfnisse abgedeckt sind) – und ich fürchte, da gäbe es schon noch 2, 3 andere, die das ähnlich sähen.
generell finde ich die idee toll, aber ob sie auch echt funktionieren würde mit unserer mentalität...da bin ich nicht so sicher. und „einfach mal ausprobieren“ kann man ja sowas leider auch nicht.
wenn man nicht mehr unter dem druck ist, einen bestimmten job zu machen, macht man evtl. erstmal nix oder lässt sich lange zeit bei der suche nach etwas was wirklich spaß macht und erfüllt.
und bevor ich irgendso nen doofen job machen würde, würde ich lieber die 1000 öre nehmen und mich privat selbst verwirklichen, da mir geld relativ egal ist (solange die grundbedürfnisse abgedeckt sind) – und ich fürchte, da gäbe es schon noch 2, 3 andere, die das ähnlich sähen.
generell finde ich die idee toll, aber ob sie auch echt funktionieren würde mit unserer mentalität...da bin ich nicht so sicher. und „einfach mal ausprobieren“ kann man ja sowas leider auch nicht.
vielleicht ist es manchen nicht bewusst, dass z. b. hier im osten leute gerne arbeiten gehen aber mit 800,- netto nach hause gehen manchmal noch weniger. viele von den werden gerne ihre jobs behalten auch wenn sie mehr geld hätten, ist doch logisch für mich, die leute wolen auch mal eine familie gründen.
auch die »harten« jungs von der müllabfuhr haben hobbys und wünsche, die sie gerne durch besseres einkommen aktiver ausüben würden, was der wirtschaft auch gut tun würde.
die 1000 wurden mal so als beispiel erwähnt und jetzt reiten alle drauf rum, weil es vorstellbar wäre davon zu leben, wenn es aber nur 600,- wäre? dann wäre doch ok ein job zu haben in dem man 1000 verdient, oder?
übrigens, finde ich die diskussion hier interessant, die verschiedenen blicke zu sehen.
auch die »harten« jungs von der müllabfuhr haben hobbys und wünsche, die sie gerne durch besseres einkommen aktiver ausüben würden, was der wirtschaft auch gut tun würde.
die 1000 wurden mal so als beispiel erwähnt und jetzt reiten alle drauf rum, weil es vorstellbar wäre davon zu leben, wenn es aber nur 600,- wäre? dann wäre doch ok ein job zu haben in dem man 1000 verdient, oder?
übrigens, finde ich die diskussion hier interessant, die verschiedenen blicke zu sehen.
naja, die idee mit dem grundeinkommen ist doch an sich schon so gedacht, dass man auch ganz ohne arbeit davon leben könnte, oder? (bekämen dann auch kinder, oder?)
der typ von der müllabfuhr sucht sich evtl. schon zusätzlich nen job, weil ihm arbeit spaß macht und er sich dann sogar teure hobbies leisten kann.
nur: sucht er dann nicht lieber etwas länger (bis er was schöneres findet) + woanders + nicht vollzeit?
wer hat dann noch lust, genau so einen job zu machen?
dass unser ganzes system, in dem man manchmal mit arbeit genauso viel geld hat wie ohne oder in dem „wichtige“ jobs wie die von krankenschwestern, erziehern und altenpflegern so mies bezahlt werden, irgendwie krank ist, ist ja unumstritten.
aber ob diese jobs auf einmal populärer werden, wenn sie niemand mehr gezwungenermaßen machen muss?
dann müssten sie auch richtig gut vergütet werden, wenn man schon gar nicht mehr wirklich „drauf angewiesen“ ist, also der anreiz müsste viel größer werden, solch einen job zu machen.
der typ von der müllabfuhr sucht sich evtl. schon zusätzlich nen job, weil ihm arbeit spaß macht und er sich dann sogar teure hobbies leisten kann.
nur: sucht er dann nicht lieber etwas länger (bis er was schöneres findet) + woanders + nicht vollzeit?
wer hat dann noch lust, genau so einen job zu machen?
dass unser ganzes system, in dem man manchmal mit arbeit genauso viel geld hat wie ohne oder in dem „wichtige“ jobs wie die von krankenschwestern, erziehern und altenpflegern so mies bezahlt werden, irgendwie krank ist, ist ja unumstritten.
aber ob diese jobs auf einmal populärer werden, wenn sie niemand mehr gezwungenermaßen machen muss?
dann müssten sie auch richtig gut vergütet werden, wenn man schon gar nicht mehr wirklich „drauf angewiesen“ ist, also der anreiz müsste viel größer werden, solch einen job zu machen.
ja auch kinder, weil dann das kindergeld auch zu streichen ist.
aber ich glaube das sieht du zu einseitig julie und evtl. zu sehr auf dich selbst bezogen. ja, solche leute wird es geben, dadurch dass sie aber konsumieren zahlen sie genauso wieder in den topf ein. (ja du wirst konsumieren, sonst bräuchtest du auch das grundeinkommen nicht)
es gibt auch heute bereits sehr viele leute, die ehrenamtliche arbeit leisten - also unbezahlt. ich kenne z.b. einige ärzte die wirklich gut sind - und bei unserem gesundheitssystem leider im 4. quartal eigentlich fast umsonst arbeiten, weil sie menschen helfen wollen! effektiv kann man eher davon ausgehen, dass die qualität der geleisteten arbeit im ganzen steigen wird. ich wäre z.b. definitiv keine person, die 2,3 monate gar nix machen würde. ich muss einfach irgendwas immer machen - einfach weil es mich ausfüllt, irgendwas zu machen. dazu sei gesagt, dass wahrscheinlich eine häufigere fluktuation in den jobs zu erwarten ist - zumindest in denen, die keine sehr hohe qualifikation benötigen.
viele alltägliche sachen werden über kurz oder lang eh maschinell gemacht (forscher gehen davon aus, das. z.b sowas wie müllabfuhr etc jobs sind, die es in 25 jahren - zumindest in den hochentwickelten ländern nicht mehr von menschen gemacht werden. automatisiert kann man jetzt schob fahrzeuge fahren - lassen - das mit einer ordentlich ausgebauten infrastrukur wie genormte stellplätze kann man excellent automatisieren.
ich will einfach darauf hinaus, dass wir uns eigentlich einem zustand nähern, in dem wir eigentlich den luxus näher kommen, einfach nicht mehr arbeiten zu müssen! weshalb gibt es denn so viele arbeitlose? nicht unbedingt, weil wir 4 mio mehr einwohner haben als vorher, sondern eher, weil gewisse arbeiten einfach maschinell deutlich effizienter erledigt werden können. wir brauchen einfach keine dutzenden bauern mehr um 20ha große felder abzuernten - das machen maschinen effizienter. ich glaube wir müssen insgesamt weg mit der denke unbedingt arbeiten zu müssen - eine vollbeschäftigung ist utopisch.
aber ich glaube das sieht du zu einseitig julie und evtl. zu sehr auf dich selbst bezogen. ja, solche leute wird es geben, dadurch dass sie aber konsumieren zahlen sie genauso wieder in den topf ein. (ja du wirst konsumieren, sonst bräuchtest du auch das grundeinkommen nicht)
es gibt auch heute bereits sehr viele leute, die ehrenamtliche arbeit leisten - also unbezahlt. ich kenne z.b. einige ärzte die wirklich gut sind - und bei unserem gesundheitssystem leider im 4. quartal eigentlich fast umsonst arbeiten, weil sie menschen helfen wollen! effektiv kann man eher davon ausgehen, dass die qualität der geleisteten arbeit im ganzen steigen wird. ich wäre z.b. definitiv keine person, die 2,3 monate gar nix machen würde. ich muss einfach irgendwas immer machen - einfach weil es mich ausfüllt, irgendwas zu machen. dazu sei gesagt, dass wahrscheinlich eine häufigere fluktuation in den jobs zu erwarten ist - zumindest in denen, die keine sehr hohe qualifikation benötigen.
viele alltägliche sachen werden über kurz oder lang eh maschinell gemacht (forscher gehen davon aus, das. z.b sowas wie müllabfuhr etc jobs sind, die es in 25 jahren - zumindest in den hochentwickelten ländern nicht mehr von menschen gemacht werden. automatisiert kann man jetzt schob fahrzeuge fahren - lassen - das mit einer ordentlich ausgebauten infrastrukur wie genormte stellplätze kann man excellent automatisieren.
ich will einfach darauf hinaus, dass wir uns eigentlich einem zustand nähern, in dem wir eigentlich den luxus näher kommen, einfach nicht mehr arbeiten zu müssen! weshalb gibt es denn so viele arbeitlose? nicht unbedingt, weil wir 4 mio mehr einwohner haben als vorher, sondern eher, weil gewisse arbeiten einfach maschinell deutlich effizienter erledigt werden können. wir brauchen einfach keine dutzenden bauern mehr um 20ha große felder abzuernten - das machen maschinen effizienter. ich glaube wir müssen insgesamt weg mit der denke unbedingt arbeiten zu müssen - eine vollbeschäftigung ist utopisch.
Wenn niemand mehr Bock hat die Scheissjobs zu machen (Müllmann) wird sich das Lohnniveau einfach erhöhen. Ich stimme stese aber zu. In Zukunft wird es immer weniger „Scheissjobs“ geben. Für mich sind Berufe im Finanzwesen heute schon scheisse langweilig. Die höheren Löhne wiegen das für mich nicht auf.
Prof. Werner, der DM-Drogeriemarkt Chef ist ja mit diesem Thema auch ab und zu bei diversen Polit Talkshows unterwegs. Ich habe vor 1-2 Jahren seine Vorlesung in Karlsruhe gehört und das war schon sehr aufschlussreich. Mir ist aufgefallen, dass er sich im Fernsehen nicht allzugut verkauft, oft fehlen meiner Meinung nach wichtige Argumente um die Bedenken der anderen zu widerlegen. Ich hab damals auch ein Seminar zum Thema Finanzierbarkeit des Grundeinkommens gemacht und ausgerechnet, dass bei zusammenlegung aller Transferleistungen die heute vom Staat gezahlt werden (700 Mrd.) jedem der 82 Mio. Bürger etwas über 700 Euro pro Monat ausgezahlt werden könnten. Die PDF von dem Vortrag liegt hier noch irgendwo auf meinem Rechner falls das jemanden interessiert.
Achso und zu den Müllabfuhrjobs: Dadurch, dass man nicht mehr jede Arbeit annehmen muss (da ja die Grundversorgung gegeben ist) entsteht erst ein richtiger ArbeitsMARKT. Und da gehts dann ganz normal nach Angebot und Nachfrage zu, und wenn die Nachfrage nach Müllabfuhrjobs gering ist müssen die eben besser bezahlt werden.
Achso und zu den Müllabfuhrjobs: Dadurch, dass man nicht mehr jede Arbeit annehmen muss (da ja die Grundversorgung gegeben ist) entsteht erst ein richtiger ArbeitsMARKT. Und da gehts dann ganz normal nach Angebot und Nachfrage zu, und wenn die Nachfrage nach Müllabfuhrjobs gering ist müssen die eben besser bezahlt werden.
Ich wäre an dem PDF durchaus interessiert, kannst mir gern ein Link schicken, falls du dieses PM-System hier durchschaust. 700,- € sind etwa auch die Summe, die auch Ökonomen ausgerechnet haben, ich vermute aber, dass das zu wenig ist um die Grundbedürfnisse einer Person abzudecken und eine Investition in eigene Ideen zu verwirklichen.
Hier ein Interview der taz zum Thema Grundeinkommen als PDF:
Und wer leert die Mülltonnen?
Irgendwie läßt sich aus der Häufigkeit, mit der dieses Beispiel herhalten muss auch der ein oder andere Rückschluss ziehen...
Hier ein Interview der taz zum Thema Grundeinkommen als PDF:
Und wer leert die Mülltonnen?
Irgendwie läßt sich aus der Häufigkeit, mit der dieses Beispiel herhalten muss auch der ein oder andere Rückschluss ziehen...
Auf zeit.de findet man auch einiges zu dem Thema. Sehr interessant, ich hab das Thema nie wahrgenommen. Vielleicht mal in Talksshows mit der Linken, aber da dachte ich das sei vielleicht sowas wie das Durchschnittseinkommen oder Mindestlohn.
